"Ski heil" soll es schon bald das ganze Jahr über im Senftenberg heißen: In der Stadt mit einer Arbeitslosenquote von 25 Prozent entsteht die erste ostdeutsche Skihalle. Auf die etwa 130 Meter lange und 36 Meter breite Piste der Snowtropolis rieselt seit Tagen der aus purem Wasser erzeugte Schnee. "Der Innenausbau hält noch an", erklärt Robin Petrick vom Management. Bald soll der Testbetrieb auf einer 60 Zentimeter hohen Schneedecke beginnen. Die Eröffnung ist am 22. März.
"Die Piste steht. Sie muss nur noch modelliert werden", erklärt Petrick. Wie viel die vom Land Brandenburg geförderte Halle genau gekostet hat, gibt er noch nicht preis: "Wir haben mehrere private Investoren aus dem Osten." In der Anfangszeit entstehen zehn feste Arbeitsplätzen auf der Piste und der nahen Bar. "Danach könnte es eine größere Anzahl Teilzeitarbeitsplätze sein", kündigt Petrick an. In Zusammenarbeit mit dem Landesskiverband soll eine Skischule eingerichtet werden sowie ein Skiverleih. Auf der Piste mit bis zu 25 Prozent Gefälle gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsstufen und ein Bereich für Snowboardfahrer.
Bei einer konstanten Temperatur von etwa minus 3 Grad können sich künftig bis zu 200 Menschen gleichzeitig auf der künstlichen Bahn aufhalten. Die Betreiber rechnen mit Besuchern aus dem Raum Berlin, Dresden, Leipzig und Chemnitz. Für Senftenberg ist die Halle eines von mehreren Freizeitangeboten. Ihr schließt sich ein Areal an, in dem es bereits eine Eislaufbahn, eine Bowlinghalle und ein Schwimmbad gibt. Laut Petrick ist die Indoor-Halle die erste im Osten. So gebe es beispielsweise in Berlin eine Bahn, auf der man allerdings nur über einen rotierenden Teppich gleiten könne. Auch in Berlin-Neukölln ist eine Skihalle geplant, die jedoch noch in der Planungsphase ist.
Die Senftenberger Piste mit den zwei geplanten Liften ist jedoch eine wesentlich kleinere Ausgabe der beiden bisher einzigen Skihallen Deutschlands, die in Nordrhein-Westfalen stehen: In Bottrop erstreckt sich die Bahn über 640 Meter, in Neuss sind es immerhin 300 Meter. Zusammen verzeichneten diese beiden Indoor-Hallen im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Besucher. Angesichts der nicht gerade mit skifähigen Hügeln und Schnee gesegneten Region schaut auch der Landesskiverband der Eröffnung der Snowtropolis entgegen. "Wir freuen uns sehr auf die Piste", sagt Präsident Rudi Tenner.
Der Verband hat rund 600 Mitgliedern, die bisher für den Wintersport in die Alpen und ins nahe Mittelgebirge flüchteten. Vor allem Anfänger sollen in der neuen Halle ungestört die ersten Schritte machen und sich auf einen Skiurlaub unter freiem Himmel vorbereiten können. Nach Angaben der Geschäftsstelle des Verbandes in Cottbus gibt es bereits zahlreiche Anfragen von Menschen, die Ski-oder Snowboardfahren in Senftenberg lernen wollen. Tenner denkt weiter: Der Verband plane auch einige seiner Meisterschaften in der Halle durchzuführen.


Indoor-Halle Snowtropolis im Internet: http://www.snowtropolis.de