„Wenn die Feuchtigkeit im Straßenbelag gefriert, entwickelt sie eine regelrechte Sprengkraft“, sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher. In der Landeshauptstadt Potsdam und in Cottbus werden die Kosten für den Winterdienst voraussichtlich die dafür geplanten Budgets um das Doppelte anschwellen lassen.

Wie anderswo ist auch in Potsdam der Kampf gegen Schnee und Eis noch nicht gewonnen, wobei die Stadt mit harter Hand vorgeht: In den vergangenen vier Wochen seien noch mal rund 220 Verwarngelder in Höhe von jeweils 35 Euro verhängt worden, teilte die Verwaltung mit. Potsdams Winterdienst-Budget wird wohl von ursprünglich 600 000 Euro auf schätzungsweise das Zweifache wachsen.

Bei den Reparaturen von Straßenschäden wird Potsdam mit rund einer Million Euro voraussichtlich ebenfalls etwa doppelt so viel ausgeben wie im Haushalt vorgesehen.Allerdings müsse man wie überall im Land auf das vollständige Abtauen der Straßen warten, um ihren Zustand konkret einschätzen zu können. In Brandenburg/Havel ist das Winterdienst-Budget um 26 500 Euro überschritten. Insgesamt waren 221 220 Euro vorgesehen.

In Cottbus rechnet die Verwaltung damit, dass der Winter sie statt der geplanten 600 000 Euro knapp 1,2 Millionen Euro kostet. Nach den Erfahrungen der Vorjahre seien für dieses Jahr etwa 400 000 Euro allein für die Reparatur von Winterschäden vorgesehen, berichtete Rathaussprecher Peter Lewandrowski. Wenn das Budget der Stadt für die Straßen- und Wegeunterhaltung in diesem Jahr nicht erhöht werde, müssten andere Unterhaltungsmaßnahmen zurückgestellt werden – welche, das ist noch unklar.

Für den Winterdienst könne die Stadt keine Unterstützung vom Bund fordern, da dies eine Pflichtaufgabe der Kommune ist, erläuterte Lewandrowski. Dennoch hoffe Cottbus wie andere Kommunen auch auf Bundeshilfe.Die Stadt unterstütze das Anliegen des Deutschen Städtetages, dass die Finanzhilfen nach dem Gemeindeverkehrs- und Finanzierungsgesetz mindestens auf dem bisherigen Niveau erhalten bleiben müssen.