"Als Geschäftsführer der Wildpark Johannismühle GmbH & Co KG erkläre ich mich ausdrücklich bereit, auf unserem Gelände ein Wolfsinformationszentrum für das Land Brandenburg in Kooperation mit den einzelnen Verbänden und Behörden zu errichten", schreibt Julian Dorsch am Donnerstag in einem offenen Brief. Der Wildpark bei Baruth (Teltow-Fläming) biete sich als optimaler Standort "sowohl für die Bürgernähe als auch die Nähe zur Landeshauptstadt Potsdam" an.

Anders als in Sachsen, wo das Wolfsbüro in Rietschen bereits seit 2004 für die Informations- und Aufklärungsarbeit zum Thema Wolf zuständig ist, hat Brandenburg bisher keine entsprechende Einrichtung. Hier arbeiten lediglich ehrenamtliche Wolfsbeauftragte in den Regionen. Mit zunehmender Population und der sich zuspitzenden Diskussionen vonseiten der Tierhalter und Jäger will Brandenburg nun nachziehen. "Die Zeit für ein Wolfsinformationszentrum in Brandenburg ist mehr als gekommen. Und eine Anlaufstelle für Landwirte, Bürger und Touristen sollte zeitnah erfolgen um einer Konfliktentstehung, wie sie sich leider aktuell anbahnt entgegen zu wirken", erklärt Julian Dorsch für den Wildpark.

"Ein gemeinsames Monitoring ist wichtig. Wir brauchen Zahlen und Nachweise zum Wolf, die transparent sind und von allen Beteiligten akzeptiert werden. Dies ist auch die Grundlage für den zukünftigen Managementplan", sagte Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde am Mittwoch in Potsdam.

Bei der Weiterentwicklung des Wolfmanagements sei Brandenburg in Kontakt mit anderen Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg haben auf der November-Sitzung der Umweltministerkonferenz einen Antrag zum Thema Wolf eingebracht: Der Bund wird hierin aufgefordert, weitere Betrachtungen zum Erhaltungszustand des Wolfs in Deutschland vorzunehmen und auf der 89. Umweltministerkonferenz, die 2017 unter Brandenburger Vorsitz stattfinden wird, zu berichten. "Die EU soll uns dabei unterstützen, dass Arten, die ihren günstigen Erhaltungszustand erreicht beziehungsweise überschritten haben und Schäden verursachen, die nicht mehr zu akzeptieren und zu finanzieren sind, vom höchsten Schutzstatus in einen geringeren Schutzstatus eingeordnet werden können", so Schilde.

Die Staatssekretärin trat hierbei Befürchtungen entgegen, dass damit der Schutz nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Der Wolf bleibe geschützte Art, "aber seit der Verabschiedung der FFH-Richtlinie 1992 hat sich die Welt weiter entwickelt", so Schilde.