Alarm am Dienstag um zwei Uhr morgens: Die Polizei in Spree-Neiße erhält die Meldung, dass zwei in Nürnberg gestohlene Autos Richtung polnische Grenze unterwegs sind. Auch Beamte von Autobahn- und Bundespolizei rücken aus, um die Fahrer der Autos zu fassen. "Die Beamten haben entlang der Strecke verschiedene Punkte besetzt", sagt Lutz Miersch, Sprecher der Polizeidirektion. Im Staffelstab-Prinzip fahren verschiedene Einsatzwagen den beiden Autos hinterher. Da diese aber mit mehr als Tempo 200 unterwegs sind, vermeidet die Polizei gefährliche Überholmanöver und Versuche, die Fahrer bei voller Fahrt zum Anhalten zu bewegen. Unbeteiligte sollen keinesfalls gefährdet werden.

Ein Auto wird später in Klein Oßnig bei Drebkau gefunden, vom Fahrer keine Spur. Der zweite mutmaßliche Autodieb versucht, die Autobahn bei Bademeusel zu verlassen, bekommt aber die Kurve nicht, kracht laut Polizeiangaben in den Wald und überschlägt sich dabei mehrfach. Als die Polizei das geklaute Auto erreicht, ist der Fahrer weg.

Für die Polizei im Spree-Neiße-Kreis bleiben die Straßen nahe der polnischen Grenze damit ein absoluter Gefahrenpunkt. Schon im Juli dieses Jahres hatten Autodiebe bei einer Routinekontrolle nahe Forst zwei Einsatzfahrzeuge gerammt und vier Polizisten verletzt. Ebenfalls im Juli hatte ein litauischer Fahrer eines Transporters eine Polizistin in Lebensgefahr gebracht, als er bei Guben das Stopp-Signal der Beamtin ignorierte und einfach an ihr vorbeiraste.