„Die Müllsünder sind sich
ihrer Tat bewusst.“
 Eberhard Franke, Pressesprecher Kreis Meißen


Insbesondere die Standplätze von Wertstoffcontainern, Wälder am Stadtrand und schwer zu überblickende Garagenkomplexe seien das bevorzugte Ablagerungsgebiet, heißt es übereinstimmend in den Kommunen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) gelingt es dabei vor allem den größeren Städten, die Abfallentsorgung zu kontrollieren und damit illegale Ablagerungen zu vermeiden.
Die Zahl der Straftaten in kleinen Städten - etwa Borna oder Auerbach mit rund 20 000 Einwohnern - liege durchschnittlich fast doppelt so hoch wie in den Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz, teilte die Sprecherin des LKA, Christin Gerull, mit.
So klagen Görlitz und Meißen über „konstant hohe Zahlen“ bei den illegalen Müllentsorgungen. Ein großer Teil der Fälle passiere an „ruhigen, abgelegenen, aber mit dem Pkw gut zu erreichenden Plätzen im Grünen“ . „Generell kann man sagen, dass die Müllsünder sich ihrer Tat bewusst sind und naturgemäß die Öffentlichkeit scheuen. In der abgelegenen Natur oder auf Brachflächen in der Stadt ist das Risiko, beobachtet zu werden geringer“ , sagte der Pressesprecher des Kreises Meißen, Eberhard Franke.
Das Landeskriminalamt verweist dagegen auf sinkende Zahlen illegaler Entsorgung von Altwagen oder Elek trogeräten und führt dies auf die nunmehr geltenden Rücknahmeverpflichtungen der Hersteller zurück. Außerdem habe sich insbesondere bei der Betrachtung von gewerblichen Abfällen die Haltung durchgesetzt, dass es sich dabei um „Wertstoffe der Kreislaufwirtschaft“ handle, sagte Sprecherin Gerull. „Die noch in den 90er- Jahren oft üblichen Fälle der Anmietung von Hallen zur Ablagerung von gefährlichen Stoffen stellen heute keinen Schwerpunkt der Strafverfolgung mehr dar“ , erklärte Gerull weiter.
„Seit fünf Jahren wurden im Stadtgebiet zentrale Sammelstellen für Wertstoffe aufgelöst und eine wohnortorientierte Sammlung organisiert“ , sagte der Leiter des Leipziger Ordnungsamtes, Helmut Loris. Nach einer Zeit der Eingewöhnung gehöre der Weg zu diesen wohnungsnahen Entsorgungsplätzen nun zur Gewohnheit für den Bürger. Das Ergebnis in Leipzig: Die Mengen illegalen Mülls in der Stadt sinken seit 2004 stetig.