Als erstes Bundesland hat Brandenburg diese Prüfungen verbindlich für alle 32 000 Schüler dieser Jahrgänge eingeführt - egal, ob sie Gesamtschulen, Realschulen oder Gymnasien besuchen. Die Abschaffung dieser Prüfungen nach der Wende sei "ein Fehler gewesen", sagte Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) gestern in Potsdam. Das Abschneiden Brandenburgs bei der Pisa-Studie habe deutlich gezeigt: "Wir haben uns zu sehr darauf verlassen, dass Schulen von sich aus das Richtige vermitteln."
Die Prüfungen, die vor Bildung der großen Koalition auch von Elternverbänden und Wirtschaftskammern gefordert worden waren, sollen landesweit einheitliche Standards sichern. Reiche sprach von einem Testlauf, bei dem "gewisse Schwierigkeiten" nicht ausgeschlossen seien.
In den Fächern Deutsch und Mathematik, die am 16. Mai und 19. Mai schriftlich geprüft werden, gibt es landesweit einheitliche Aufgaben. Die Schulen erhalten sie in verschlossenen Umschlägen, die erst im Beisein des Schulleiters geöffnet werden. Es folgen zwischen dem 10. und 27. Juni eine mündliche Prüfung in einer Fremdsprache (gruppenweise) sowie in einem selbst gewählten Fach. Reiche kündigte an, dass im Schuljahr 2004/05 eine fünfte, eine Projektprüfung, dazukommen werde, die Präsentation einer durchgeführten Forschungsarbeit.
Der Minister verspricht sich durch die Prüfungen einen "gewissen Druck" auf die Zehnt klässler. In die Abschlussnote gehen die Prüfungen mit 40, die Leistung über das Schuljahr hinweg dagegen mit 60 Prozent ein. (Eig. Ber./thm)