Haben sich die Sicherheitsstandards verändert?

Die Behörden sind noch dabei, einen Sicherheitsplan auszuarbeiten, der Aufgaben auf Polizei, Hauseigentümer und Streitkräfte aufteilt. Federführend für die Gebäudesicherheit soll die Nationale Sicherheits-Agentur sein. Die sichtbarsten Änderungen gab es im Regierungsviertel.

Wie macht sich das bemerkbar?
Auch wenn viele Gebäude heute leer stehen, wird der Bereich stärker beobachtet. Auch der Zugang zu den Ministerien ist schwieriger. "Die Sicherheitschecks sind sehr viel strenger", sagt der Sprecher des Justizministeriums, Trond Øvstedal. Außerdem hat die Regierung beschlossen, Privatpersonen den Zugang zu Chemikalien zu erschweren, mit denen man Bomben bauen kann.

Hat sich an der Polizeiarbeit etwas geändert?
Die Polizei war für ihren Einsatz am 22. Juli heftig kritisiert worden. Im Bericht einer Untersuchungskommission heißt es, sie hätte rund eine halbe Stunde früher auf der Insel Utøya sein können, wenn sie besser organisiert gewesen wäre. Inzwischen ist der gesamte Bereitschaftsdienst auf den Kopf gestellt worden. Das Notrufnetz wird erneuert, und die Kommunikation der einzelnen Polizeistellen miteinander soll verbessert werden. Eine Polizei-Kommission sprach Mitte Juni die Empfehlung aus, das gesamte Polizeinetz umzustrukturieren.

Haben die Anschläge das Sicherheitsgefühl der Norweger nachhaltig beeinflusst?
Einer neuen Studie zufolge fühlt sich ein Drittel der norwegischen Bevölkerung nach den Anschlägen weniger sicher. Siri Thoresen vom Nationalen Zentrum für Gewalt und Traumatischen Stress kommt nach einer Umfrage zu dem Schluss, die Norweger hätten weniger Vertrauen in die Polizei und das Rechtswesen. Immer mehr wünschten sich, dass Polizisten Waffen trügen.