Sindy Kirks, 19, Auszubildende aus Guben:
An den 11. September erinnere sie sich noch sehr genau. "Meine Lieblingsserie ist damals wegen der Live-Berichterstattung aus New York ausgefallen. Und was ich da gesehen habe, hat mich sehr erschüttert." In Guben und in Cottbus, wo sie im Oberstufenzentrum das Fachabitur Pädagogik ablegen will, fühle sie sich nicht bedroht. "Guben ist ein kleiner Ort. Doch das Gefahrenpotential ist überregional größer geworden. In Berlin würde ich gegenwärtig größere Menschenansammlungen an markanten Punkten meiden."

Konrad Kubusch, 24, Medinzinstu-
dent in Leipzig, aus Lindthal bei Finsterwalde: "Ich sah die Bilder von den Flugzeugen, die in die Türme des World Trade Centers stürzten und glaubte an einen Science-Fiction-Film. So unrealistisch, so unfassbar war dieser Anschlag für mich. Erst im Sommer davor war ich von einem Schulaufenthalt in den USA zurückgekehrt. Ich telefonierte sofort mit meinem Gastvater. Für ihn war klar: Das hat Konsequenzen für die ganze Welt, das werden sich die Amerikaner nicht gefallen lassen.
Neulich war ich in Israel. Ich bin gefragt worden, ob ich denn keine Angst gehabt hätte. Die hatte ich nicht, wie ich in Deutschland keine Angst habe. Hier wie dort spielen die Kinder auf den Straßen, das Leben läuft normal ab.
Allerdings schließe ich nicht aus, dass es Menschen auch in Deutschland gibt, die zu allem bereit sind, die Tausende opfern würden, wenn sie es denn könnten."

Frank Kutz, 42, Büroassistent aus Spremberg:
"Die Erinnerungen an die schrecklichen Bilder vom 11. September 2001 kommen an solch einem Tag natürlich wieder hoch. Man darf den Terror auch heute nicht außer Acht lassen, das zeigen ja die neusten Erkenntnisse über die geplanten Terroranschläge in Deutschland. Dennoch habe ich keine große Angst, ich würde auch in die USA fliegen, denn passieren kann einem auch etwas, wenn man nur über die Straße läuft."

Diana Platschek, 38, Einzelhandelskauffrau in Elsterwerda:
"Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Tag. Ich hatte zweite Schicht im Geschäft, als mein Chef sagte: Schauen Sie mal, ich glaube es gibt Krieg. Beim Anblick der in die Türme fliegenden Flugzeuge war ich tief erschüttert. Noch heute finde ich diese Tat furchtbar und grausam. Außerdem bin ich darüber erstaunt, mit wie viel Präzision diese Tat geplant und ausgeführt wurde. Das macht mir auch heute noch Angst, ebenso mache ich mir große Sorgen um meine beiden Kinder."

Fred-Hagen Karzenburg, 43, Lehrer und stellvertretender Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Calau:
"Ich kann mich noch genau an den 11. September 2001 erinnern. Ich war gerade mit dem Auto von Lübbenau nach Calau unterwegs, als die Nachricht vom Anschlag in New York im Radio kam. Ich habe am Calauer Feuerwehrgebäude angehalten und erst einmal 20 Minuten die Berichte gehört. Das war alles völlig unfassbar. Im Jahr darauf waren Calauer im Jugendlager des Landesjugendfeuerwehrverbandes Brandenburg in Bärenklau. Dort pflanzten wir Bäume gemeinsam mit New Yorker Kindern, die bei dem Anschlag ihre Väter verloren hatten. Die waren als Feuerwehrleute, Polizisten und Sanitäter im Einsatz gewesen. Diese Begegnung war sehr emotional. In der Calauer Feuerwehr wird über den Einsatz bei Katastrophen gesprochen, aber nicht in dieser Dimension wie in New York."

Dieter Mädler, 64, Gärtnermeister aus Senftenberg:
"Den 11. September 2001 habe ich im Krankenhaus verlebt. Als ich im Fernseher die Bilder sah, dachte ich, ich sei im falschen Film. Bedroht fühle ich mich in Deutschland nicht. Aber die Ereignisse der letzten Tage stimmen schon bedenklich. Der aktuelle Fall zeigt doch, dass der Terror um Deutschland keinen Bogen macht. Schockierend für mich ist, dass es immer wieder so viele Unschuldige trifft."