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Der FDP-Landeschef und Werbeunternehmer hat zwar wochenlang an der Kampagne der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon rumgemeckert, nannte die sündhaft teure Plakat- und Anzeigenaktion unprofessionell und flach. Als aber am Mittwoch mit dem Landtagsbeschluss zur Schuldenbremse sein Herzenswunsch in Erfüllung ging, frotzelte Zastrow vom Rednerpult zu Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) rüber: "So geht sächsisch wirklich!" Und beide freuten sich sehr.

Der Grünen-Abgeordnete Johannes Lichdi konnte da indes nur müde lächeln. Er hatte noch schnell eine Aktuelle Debatte beantragt unter dem frechen Titel: "Prozess gegen Pfarrer König: Anklagen wie es politisch gefällt? Geht so sächsisch?" Nein, das fand man auf der Regierungsbank nicht so lustig. Wie sächsisch wirklich geht, weiß am besten der Mundartler - zum Beispiel der Linke Klaus Bartl. Der stammt aus dem Erzgebirge, wo die Berge scheen, die Täler grien und die Konsonanten weich sind. Außerdem ist Bartl Rechtsanwalt und spricht daher in langen Sätzen und zitiert oft und gern aus Barragrafen. Auch der Bartl freute sich trotz des Hängens und Würgens in seiner Fraktion am Ende über die Schuldenbremse und dankte im Blähnum allen, die mitverhandelt haben. Zuvörderst seinem SBD-Kollegen Dirk Bander. Der heißt eigentlich Panter und ist Generalsekretär der sächsischen SPD, stammt aus Schwaben und freute sich am Mittwoch sehr, dass er nach vielen Jahren in Sachsen nun endlich "von einem echten Sachsen adoptiert wird". Scheen!