Die Beamten der Autobahnpolizei hatten ein Lkw und dessen Fahrer, einen 51-jährigen Polen, auf dem Rastplatz Wiesaer Forst an der A4 zwischen Kodersdorf und Görlitz kontrolliert. Während einer der Polizisten gerade die Anzeige wegen Verstoßes gegen das Sonntagsfahrverbot verfasste, schlich sich der Fuchs von hinten an den Polizeibeamten heran und biss ihn ins Bein. Anschließend ergriff das Tier die Flucht.

Der leicht verletzte Ordnungshüter begab sich umgehend in ein Krankenhaus, um sich untersuchen und vorsorglich gegen Tollwut impfen zu lassen.

Tollwutinfektion ist unwahrscheinlich

Auch, wenn eine Tollwutimpfung nach einem Biss von einem Wildtier wichtig und richtig ist, die Chance in Deutschland mit Tollwut infiziert zu werden, tendiert gen null. Seit 2008 gilt Deutschland wie viele andere west- und mitteleuropäische Länder laut einer Information des Friedrich-Löffler-Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit als tollwutfrei. Das Aktionsbündnis Fuchs weist darauf hin, dass Deutschlands Füchse frei von Tollwut sind. Allerdings: Füchse kennen keine Grenzen, können von Polen nach Deutschland kommen. Aber: „In Ländern wie Polen, der Slowakei, Ungarn, Estland, Littauen und Lettland wurden in den letzten Jahren nur noch sporadisch Einzelfälle von Tollwut gemeldet“, heißt es in einer Information des Robert-Koch-Instituts.

Neben einer vorbeugenden Tollwutimpfung sollte nach so einem Biss auf aber jeden Fall auch der Tetanus-Impfschutz überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

Dass Füchse überhaupt beißen, kann unterschiedliche Gründe haben, denn für gewöhnlich sind Füchse scheu und gehen Menschen aus dem Weg.Es gibt aber Situationen, in denen das anders sein kann.

Füchse keinesfalls füttern

Dies ist etwa der Fall, wenn Füchse von Menschen gefüttert werden und dann ihre Scheu verlieren. „Nur halbzahme Füchse, die durch Fütterung an den Menschen gewöhnt wurden und neugierige Jungfüchse, die den Menschen noch nicht kennen, trauen sich dichter an Menschen heran“, heißt es auf der Internetseite der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Generell gilt, egal ob im Garten oder draußen beim Campen: Essensreste nicht liegen lassen.

Es gibt auch noch weitere Gründe, warum ein Fuchs beißt. Bei Jungfüchsen ist es denkbar, dass sie lediglich neugierig sind. So schreibt das Portal www.fuchsratgeber.ch, dass es vereinzelt vorkommt, dass Füchse Menschen, die im Freien schlafen, gerne mal in die Füße beißen.

Wenn erwachsene Tiere den Nachwuchs in der Nähe haben, ist es ebenfalls denkbar, dass sie bissig werden, wenn sich Menschen nähern. Auch, dass der Fuchs eventuell krank ist, und eine daraus folgende Wesensveränderung, ist ein möglicher Grund.

Ob an der Raststätte, an der sich der oben genannte Vorfall mit dem Polizeibeamten ereignet hat, schon vorher zu Beiß-Attacken von Füchsen gekommen ist, hat die Lausitzer Rundschau beim Landratsamt Görlitz nachgefragt. Wie es von der Pressestelle des Landratsamtes heißt, sei aber vor Dienstag dazu mit keiner Auskunft zu rechnen. Die LR bleibt dran.

Was tun bei Fuchs-Begegnung?

Doch wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem Fuchs begegne. Das Internetportal fuchsratgeber.ch empfiehlt, in einer Situation, in der sich der Fuchs eingeengt fühlen könnte, etwa weil er sich eine Garage oder Ähnlichem verlaufen hat, den Fluchtweg frei zu machen und sich ruhig zu entfernen. Wer Fuchswelpen sieht, sollte sie keinesfalls anfassen und sich fern halten.

Wer Fragen zum Umgang mit Wildtieren hat und Hilfe benötigt, kann sich auch an die Wildtierberatung vom Nabu Berlin wenden unter Telefon: 030 54 71 28 91 (Mo bis Do von 9 bis 17 Uhr, Fr von 9 bis 15 Uhr).