Doch wenn ein Kind, das gerne zur Schule geht, plötzlich nicht mehr möchte, sollten Eltern dies ernstnehmen.

Häufige Kopf- oder Bauchschmerzen können natürlich medizinische Gründe haben. "Aber will das Kind deswegen ständig zu Hause bleiben, haken Eltern besser nach", rät Seifried.

Bekommt ein guter Schüler plötzlich nur noch schlechte Noten, kann das ganz banale Ursachen haben. "Wenn ich mit 15 oder 16 Jahren nur noch an Mädchen und Partys denke, dann werden meine Leistungen leiden", sagt Seifried. Werden die Leistungen aber vermeintlich ohne Grund schlechter, kann das auch schwerwiegendere Gründe haben.

Was Eltern dann tun können: Ganz generell gilt, dass Eltern sich Zeit nehmen und mit dem Kind über die Schule sprechen sollten. Das sollte dann darüber hinausgehen, wie sonst danach zu fragen, wie es in der Schule war und sich mit der schlichten Antwort "gut" zufriedenzugeben.

Vermuten Eltern, dass etwas nicht stimmt, sprechen sie das am besten an. "Im zweiten Schritt sollten sie sich an den Klassenlehrer wenden", rät Seifried. Der kann das Arbeits- und Sozialverhalten in der Schule einschätzen.

Ein Schulpsychologe kann helfen, wenn Kinder sich in der Schule nicht wohlfühlen. "Leider ist die Versorgung deutschlandweit extrem unterschiedlich", sagt Seifried. In großen Städten kann es leichter sein, einen Termin zu bekommen als auf dem Land.