Die größte Reise der vergangenen Monate führte die Parlamentarier nach Israel. Mit einer Delegation der Landesregierung und Brandenburger Unternehmern hatte man im Frühjahr die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht, einen Kibbuz besichtigt und im Westjordanland Gespräche mit Palästinensern geführt. Und sie trafen Vertreter der Zivilgesellschaft. Zum Beispiel von "United World College", einem Netzwerk von internationalen Schulen, das zum vierten Mal ein Sommercamp für Schüler aus Israel, der Westbank, dem Gaza-Streifen, dem Irak, Marokko und Ägypten durchführt. Ein Projekt, das den FDP-Fraktionsvorsitzenden im Potsdamer Landtag und bekennenden Israelfan Andreas Büttner begeistert hat. So sehr, dass er in der vergangenen Woche gleich noch einmal nach Israel reiste - in einer Delegation von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP). "In dem Sommercamp werden die Schüler zu Themen wie der Umweltpolitik geschult und lernen gleichzeitig den friedlichen Umgang und das Verständnis füreinander", sagt Büttner. "Ich habe dort mit einem Jugendlichen aus Palästina gesprochen, der die Israelis bislang nur als Grenzsoldaten an einem Checkpoint kennengelernt hatte und immer nur als Feinde sah." Durch das Camp habe er erstmals Kontakt mit Gleichaltrigen aus Israel erhalten.

Auf Initiative von Büttner wird das Projekt des "United World College" künftig von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit gefördert. Und ein Nachfolgeprojekt will er dem Land ans Herzen legen. "Acht Teilnehmer des Sommercamps sollen in vier Zweier-Teams ein gemeinsames, gesellschaftliches Projekt durchführen - der eine in Israel, der andere in Palästina", sagt Büttner. "Eine ganz kleine Baustelle, aber eine, die dazu beiträgt, dass Menschen aus beiden Regionen mehr in Kontakt miteinander kommen." Und eine, die zeigt, welche Effekte selbst eine Delegationsreise des Landtags haben kann.