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Wie die Lausitzer Wähler ticken

Cottbus. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre – die Lausitzer in Brandenburg und Sachsen scheinen im Vergleich zu Bundestrends schon etwas anders zu ticken. So wird im Bund von nahezu allen Parteien dafür geworben, das demokratisch verbriefte Wahlrecht wahrzunehmen und wählen zu gehen. ta/bob

Die Sorge der Parteien: Die Wahlbeteiligung könnte noch hinter die historisch schlechtesten Werte von 70,8 Prozent (2009) und 71,5 Prozent im Jahre 2013 zurückfallen.

Doch in einer nicht-repräsentativen Umfrage der RUNDSCHAU, die rund zwei Wochen vor der Bundestagswahl sowohl Online wie auch in der Zeitung durchgeführt wurde, geben 95,5 Prozent der 2022 Umfrageteilnehmer an, auf jeden Fall wählen zu gehen. Das von Demoskopen aufgezeigte Szenario, dass in Zukunft die "Partei der Nichtwähler" zur stärksten Fraktion wird, zeichnet sich in der Lausitz eher nicht ab.

Eine ähnlich große Mehrheit gibt es unter den Lausitzern bei der Frage nach einem Regierungswechsel in Berlin. Insgesamt 57 Prozent sind dafür, die CDU/CSU geführte Regierung abzuwählen. Nur ein Drittel will, dass es bei Schwarz-Rot bleibt. Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend von Infratest Dimap gibt es dagegen keine Spur von einer Wechselstimmung: Gut die Hälfte (52 Prozent) wünscht sich dort nach dem Urnengang eine Regierung unter Führung der Union. Lediglich 30 Prozent plädieren für einen Wechsel hin zu einem SPD-Kanzler.

Im Unterschied zum Bundestrend wissen die Teilnehmer der RUNDSCHAU-Umfrage auch schon genau, wen sie wählen wollen. So geben 82 Prozent an, dass sie sich bereits im Klaren darüber sind, wo sie ihre Kreuzchen für den Direktkandidaten (Erststimme) und die Partei (Zweitstimme) setzen. SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hat am Wochenende erneut darauf hingewiesen, verstärkt um unentschlossene Wähler werben zu wollen - fast die Hälfte der Wahlberechtigten habe sich noch nicht entschieden.

Das Thema Flüchtlinge spielt bei den Lausitzern eine ebenso große Rolle wie in Talk-Shows im Fernsehen oder auf den Wahlkampfveranstaltungen der Parteien. Dabei geben in der RUNDSCHAU-Umfrage zwei Drittel der Teilnehmer an, dass sie die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge in Deutschland seit 2015 schlecht finden. Für "gut" votierten 20 Prozent.

Änderungen beim Wahlrecht lehnt die Mehrheit in der LR-Umfrage ab. 78 Prozent halten ein Wahlalter ab 18 Jahren für sinnvoll. Beinahe einig sind sich die Befragten auch (87 Prozent), dass die Lausitz mehr Hilfe von Bund und Ländern bei der Energiewende braucht.