Was änderte sich 2009 beim Waffenrecht?
Nach dem Amoklauf von Winnenden im März 2009 wurde es in mehreren Punkten verschärft. Waffenbesitzer müssen seitdem mit verdachtsunabhängigen Kontrollen rechnen. Zudem drohen ihnen härtere Strafen, wenn sie ihre Schusswaffen nicht vorschriftsmäßig aufbewahren. Für Besitzer illegaler Waffen galt eine bis Ende 2009 befristete Amnestieregelung. Zehntausende Pistolen und Gewehre wurden vernichtet, die Waffenbesitzer freiwillig bei der Polizei abgegeben hatten – viele aus illegalem Besitz.

Schafft die Verschärfung mehr Sicherheit?
Sicherheitsexperten bezweifeln das. "Wir haben kein Gesetzes-, sondern ein Kontrolldefizit", sagt der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Die Kommunen hätten zu wenig Personal für die Überprüfung der Waffenbesitzer. Das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" fordert eine weitere Verschärfung. So müssten Waffen und Munition streng voneinander getrennt und außerhalb von Privatwohnungen gelagert werden.

Wie sehen das die Sportschützen?
Der Deutsche Schützenbund (DSB) lehnt eine weitere Verschärfung des Waffenrechts ab und befürchtet bei einem zentralen Sammeln von Waffen noch größere Gefahren. "Wenn wir Schusswaffen und Munition in Schützenhäusern aufbewahren wollten, dann würde dort ein Munitionsdepot entstehen", sagt DSB-Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp. Auch die Gewerkschaft der Polizei halte diese Art der Aufbewahrung für sehr viel gefährlicher, zumal Schützenhäuser oft außerhalb von Wohngebieten seien.

Wie viel Waffen gibt es in Deutschland?
Die genaue Zahl legaler Waffen in Deutschland ist nicht bekannt. Sicherheitsbehörden gehen von etwa sechs bis sieben Millionen aus. Dazu kommen laut Deutscher Polizeigewerkschaft Schätzungen zufolge noch zehn bis 30 Millionen illegale Waffen, wie Wendt den "Stuttgarter Nachrichten" sagte. Nach internationalen Statistiken des Small Arms Survey waren 2007 in der Bundesrepublik insgesamt 25 Millionen Waffen im Privatbesitz, davon waren etwa 7,2 Millionen amtlich registriert. Wenn das zentrale Waffenregister beim Bundesverwaltungsamt (BVA) am 1. Januar 2013 seine Arbeit aufnimmt, wird man zumindest über die legalen Schusswaffen Genaueres sagen können. Bislang wurden legale Waffen bei 550 deutschen Behörden regis triert – in den meisten Ländern bei den Kreisen oder Städten, teilweise auch bei der Polizei.

Gibt es Kritik am Waffenregister?
D ie Einführung des Waffenregisters ist relativ unstrittig. Allerdings warnt die Deutsche Polizeigewerkschaft vor zu hohen Erwartungen, weil illegale Waffen nicht erfasst werden. Datenschützer fürchten möglichen Missbrauch. Für viele Kritiker kommt die Umsetzung zu spät. Die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen!" fordert das Verbot großkalibriger Sportwaffen. Diese Forderung hatte auch die SPD bei der Reform des Waffenrechts 2009 erfolglos erhobe n.