Bevor sie in die Politik ging, arbeitete sie als Sozialarbeiterin. Die 1949 geborene Demokratin verhandelte in ihrer politischen Karriere mit Nordkorea und war Beraterin im Team der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright. Bei den Iran-Gesprächen führte sie nicht nur die Verhandlungen, sondern sie musste auch eine mindestens ebenso heikle Aufgabe meistern: Kritiker in Israel, den Golfstaaten und in den USA informieren und vom US-Vorgehen überzeugen.

Mohammed Dschawad Sarif: Außenpolitisch gab es für Präsident Hassan Ruhani von Anfang an nur ein Ziel: Der Iran muss sich mit der Welt, besonders dem Westen, wieder versöhnen. Dafür gab es als Außenminister keine bessere Option als den 55-Jährigen, der zugleich Chefunterhändler für den Atomstreit wurde. Sarif hatte beste Voraussetzungen für den großen diplomatischen Durchbruch. Der in Teheran geborene Diplomat hat in San Francisco studiert, besitzt einen Doktortitel in Politologie der Uni Denver und spricht perfekt Englisch. Außerdem war er von 2002 bis 2007 Botschafter bei den UN.

Catherine Ashton: Was hat die Britin Catherine Ashton wirklich gut gemacht in ihrer Amtszeit als EU-Außenbeauftragte? Diplomaten fallen auf diese Fragen meist nur die Bemühungen zur Beilegung des Kosovo-Konflikts und die Verhandlungsführung für die EU im Atomstreit mit dem Iran ein. Die frühere Unterstaatssekretärin und Vizepräsidentin britischer Atomwaffengegner galt bis zuletzt als eher unglückliche Besetzung für Europas wichtigsten Außenpolitikposten. In den Iran-Gesprächen galt ihr guter Draht zu Sarif als hilfreich.