Die Politik forderte das Adelshaus in teilweise schroffen Worten auf, verantwortungsvoller mit dem sächsischen Kulturerbe umzugehen. Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte, sie sei enttäuscht, dass immer neue Forderungen nachgeschoben würden. Man werde alles daran setzen, mit den jetzigen Nachforderungen auch einen Schlussstrich unter die Debatte zu ziehen.
Die Wettiner, die bis 1918 in Sachen herrschten, hatten sich mit dem Freistaat Sachsen 1999 auf einen Vertrag geeinigt, demzufolge ein Großteil enteigneter Kunstobjekte in den Museen bleiben darf. Das ehemalige Herrscherhaus erhielt damals rund zwölf Millionen Euro als Entschädigung. Bei ihrem neuen Vorstoß Ende Oktober 2006 beriefen sich die Wettiner indes auf eine Klausel in der Abmachung, die Nachforderungen möglich macht.
Der kulturpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Schmalfuß, sagte, die Wettiner sähen in Sachsen offenbar keine Heimat mehr, "sondern eine Zitrone, die sie bis auf den letzten Tropfen ausquetschen wollen". (ddp/mb)