Und es bleibt auch oft nebulös, wer eigentlich den letzten Hähnchenschenkel genommen hat.

In Taiwan allerdings werden der Völlerei bedauerlicherweise gerade jetzt Grenzen gesetzt. Die Behörden wollen Wettessen verbieten, weil die Teilnehmer dabei große Mengen hastig hinunterschlingen, krank werden und das Gesundheitssystem belasten. Westliche Beobachter sollten über dieses Konzept keine Stäbchen brechen, sich aber dennoch ähnliche Regelungen verkneifen. Denn hiesige Wettessen gehören schließlich unter den Namen „Gänseessen“ oder „Weihnachtsmenü“ zum Kulturgut.

Zudem macht manchmal gar nicht das Essen dick, sondern die Liebe. Laut einer Studie der Universität Heidelberg haben nämlich glückliche Paare ein höheres Körpergewicht als Singles. Vermutlich sind Beziehungen heimliche Wettessen um die Kühlschrank-Ressourcen. Aber rücksichtsvolle Liebende rügen den Partner nicht dafür, dass er an ihrer Gewichtszunahme schuld ist. Im Gegenteil. Sie schlucken die Kritik daran tapfer hinunter. Am liebsten unzerkaut mit drei Stück Kuchen.