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| 16:05 Uhr

Wetterkatastrophen
Bahn investiert 600 Millionen Euro in Baum-Rückschnitt

FOTO: Martrin Neumann / LR
Berlin. Wegen schwerer Stürme kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Behinderungen und Ausfällen im Zugverkehr. Jetzt will die Bahn gegensteuern.

Umgestürzte Bäume, Zugausfälle und Verspätungen – die letzten großen Stürme führten auch in der Region zu tagelangen Verwerfungen im Bahnverkehr. Die Schäden an Gleisen und Anlagen gingen in die Millionen. Mit dem „Aktionsplan Vegetation“ und 150 neuen Forstmitarbeitern sollen ab sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. In den kommenden fünf Jahren investiert der Konzern 625 Millionen Euro in den Baum-Rückschnitt. Nach Auskunft von Bahnsprecher Gisbert Gahler beginnen derzeit Inspektionsgänge entlang der Gleisstrecken. Dabei werden Bäume auch über die bisher eingehaltene Rückschnittzone von sechs Metern berücksichtigt. Ab Oktober beginnt dann der Rückschnitt.

Schwerpunkt der Durchforstung ist nach Auskunft der Bahn, gezielt instabile Baumarten und Bäume mit kritischen Wuchsformen auch außerhalb der 6-Meter-Zone zu entfernen, wenn sie für den Bahnbetrieb kritisch werden könnten. Gefördert werden Bäume mit stabiler Höhe und mit geeigneten Formen, sowie Sträucher und Feldgehölze.

„So gut wie jedes Unwetter trifft einen Teil unseres 34 000 Kilometer umfassenden Streckennetzes“, sagte Bahnchef Richard Lutz in Berlin. Das habe man auch im vergangenen Jahr gesehen. Die drei großen Stürme „Paul“, „Xavier“ und „Herwart“ hätten 2017 den Gewinn des Staatsunternehmens um 70 bis 80 Millionen Euro belastet. Das sei ein deutlich höherer Betrag als in den Vorjahren. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr rund 10 500 Züge, die ausfielen oder nur einen Teil der Strecke fuhren. Das waren rund 4000 mehr als 2016.

„Extremwetterlagen werden sich immer häufiger auf die Qualität und Robustheit des Bahnverkehrs auswirken“, so Richard Lutz. Er berief sich dabei auf eine Untersuchung des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Demnach seien Stürme heute stärker als früher, fielen aber öfter in andere Jahreszeiten. Tragen die Bäume dann noch viel Laub, stürzen sie leichter um. Das gelte auch, wenn der Boden zu trocken oder zu nass sei.

(hil)