Der Chef des privaten Wetterdienstes Meteomedia, Jörg Kachelmann, kritisierte die DWD-Warnungen oft als zu spät. Im Januar eröffnete er im hessischen Bad Nauheim seine eigene Unwetterzentrale, die sich mehr an der Arbeitspraxis von Behörden und Krisenstäben orientiert. Ein Wettkampf um die Unwetterwarnungen bahnt sich an.
Der DWD will in der kommenden Woche ein neues Warnsystem einführen: Unwetterwarnungen sollen künftig maßgeschneidert für einzelne Landkreise erfolgen. Bisher orientierten sie sich an geographischen Einteilungen wie "Nordseeküste" oder "in Alpennähe". Der Vorteil des neuen Systems: Krisenstäbe, Feuerwehren und Polizei können Zuständigkeiten schneller erkennen. Die sind nämlich durch politische Landesgrenzen vorgegeben.
Eine neuartige Radartechnik ermöglicht es nach Angaben von Meteomedia-Gründer Kachelmann, für geographisch kleinere Gebiete als bisher vor den Gefahren starker Regenfälle, Sturmböen oder eisglatter Straßen zu warnen. "Es wird nicht ein ganzes Bundesland in Aufregung versetzt, sondern einzelne Landkreise gezielt gewarnt", sagt er.
In seiner Bad Nauheimer Zentrale kümmern sich fünf Meteorologen ausschließlich um Unwetterwarnungen. Bei Unwettern, die sie erfassen und deren Zugrichtung sie nachvollziehen können, wollen die Privaten schneller warnen als bisher. Der DWD hat Zweifel: "Wir haben Waffengleichheit bei den Daten", sagt DWD-Sprecher Uwe Kirsche.