So gesehen ist die Nachricht, Guido Westerwelle wolle noch einmal Außenminister werden, auch keine.

Ja, was denn sonst? Hat irgendjemand geglaubt, der Mann werde sich auf seine Finca auf Mallorca zurückziehen, Ananas züchten und per Facebook mit Fotos auf sich aufmerksam machen, die er mit ausgestrecktem Arm mit seinem Handy gemacht hat? Glaubt jemand, er werde freiwillig auf den Tross verzichten, der ihm stets vorauseilt, anders als beim Kometen, wo der Schweif immer dahinter kommt? Ganz abgesehen davon, dass hier einer das Fell des Wahlsieg-Bären mal wieder verteilt, bevor der erlegt ist - noch hat die FDP die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft - sind allerdings durchaus Meldungen denkbar, die in Zusammenhang mit Westerwelle Neuigkeitswert hätten.

Zum Beispiel: Guido Westerwelle weiß jetzt, was er als Außenminister eigentlich für Deutschland erreichen will. Oder auch: Guido Westerwelle will sich nicht mehr in die Innenpolitik einmischen. Das hätte sogar Jubel ausgelöst. Immerhin, eine echte News enthält das jüngste Westerwelle-Interview doch: Er sei "stärker, auch weiser" geworden, sagt der Ex-FDP-Chef da in der ihm eigenen Bescheidenheit. Das hatten wir so klar nicht gewusst.

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