Zugleich zeigte er sich zu Gesprächen mit London über eine EU-Reform bereit. Der FDP-Politiker sprach sich dafür aus, dass in einigen Jahren, wenn es den Entwurf für eine europäische Verfassung gibt, auch in Deutschland eine Volksabstimmung stattfindet.

Zur Ankündigung des britischen Premierministers David Cameron, spätestens bis 2017 ein Referendum über einen EU-Austritt seines Landes abzuhalten, sagte Westerwelle: "Man kennt das aus dem Privatleben: Nach einer jahrzehntelangen Beziehung in der Krise zu sagen: "Entweder Du wirst so, wie ich will, oder ich gehe. Das funktioniert nicht." Die Vorstellung, Europa auf einen Binnenmarkt reduzieren zu können, sei eine "Sicht des letzten Jahrhunderts".

Die CSU ließ Sympathien für Camerons Grundsatzrede erkennen. "Wer Camerons Idee einer Volksbefragung zu Europa in Bausch und Bogen verdammen will, schürt Misstrauen gegenüber Europa, so als ob Europa sich vor den Menschen verstecken müsste", sagte Generalsekretär Alexander Dobrindt dem Magazin "Der Spiegel". Die CSU hatte sich in der Vergangenheit selbst wiederholt dafür ausgesprochen, in wichtigen EU-Fragen das Volk entscheiden zu lassen - zum Beispiel, wenn weitere Kompetenzen nach Brüssel verlagert werden sollten.