Das Nussknacker-Foto mit dem Titel "Man sagt, die Einwohner des Erzgebirges seien echte Holzköpfe" werde vorerst nicht weiter verwendet, sagte Referatsleiter Frank Ortmann gestern in Dresden. Hintergrund sind kritische Stimmen aus der Region.
Der im Erzgebirge verwurzelte CDU-Parlamentarier Alexander Krauß begrüßte den Rückzug: "Es war nicht hinnehmbar, dass wir Erzgebirger mit unseren Steuern eine Kampagne bezahlten, in der wir als Holzköpfe beleidigt wurden."
In den Reihen der Christdemokraten gibt es aber auch andere Stimmen. Sozialministerin Helma Orosz (CDU) hatte unlängst im Landtag um Verständnis geworben. "Wer sich das gesamte Motiv betrachtet und die dazu gehörende Textpassage liest, wird feststellen, dass niemand die Menschen im Erzgebirge damit verspottet." Man könne auch mal etwas "gegen den Strich bürsten". Obwohl die Holzköpfe derzeit auf Eis liegen, scheint für die Gegner der Kampagne die Nuss noch nicht geknackt. Ortmann geht davon aus, dass sich die Nussknacker am Ende gegen alle Widerstände durchbeißen. Das Motiv ist Teil der Werbekampagne "Sachsen. Land von Welt".
Der FDP-Abgeordnete Tino Günther betrachtete den Vorgang humorvoll: "Politisch können wir richtige Holzköpfe sein und ordentlich zubeißen", lobte er die Standhaftigkeit seiner Landsleute. Der Holzspielzeugmacher aus dem Erzgebirge produziert zwar in seiner Firma in Seiffen keine Nussknacker, verkauft sie aber im dazugehörigen Ladengeschäft. Eine Vermarktung des Holzkopf-Images hält aber auch Günther für falsch. (dpa/mb)