Nach fast acht Jahren im Amt kann Ahmadinedschad nicht viel Positives vorweisen.

Mit ihrer kompromisslosen Haltung im Atomstreit hat sich die iranische Führung nicht nur viel Ärger mit dem Westen eingehandelt. Sie ist auch international total isoliert. Die gegen den Iran verhängten Sanktionen haben den ölreichen Gottesstaat in eine Wirtschaftskrise geführt. Im eigenen Land hat der einstige Hoffnungsträger Ahmadinedschad inzwischen mehr Kritiker, als ihm lieb ist. Außer Reformern haben sich auch einst enge Verbündete aus dem erzkonservativen Lager gegen ihn gestellt.

Es ist noch unklar, wer den Populisten Ahmadinedschad beerben soll. 40 Kandidaten soll es geben. Aber niemand kandidiert offiziell. Im konservativen und regimetreuen Lager wird Parlamentspräsident Ali Laridschani genannt. Der 53-Jährige promovierte Philosoph war 2005, nach Amtsantritt von Ahmadinedschad, noch leidenschaftlich auf dessen Seite. Er agierte auch als Chefunterhändler im Atomstreit. Zwei Jahre später ging die Beziehung total in die Brüche. In den vergangenen Jahren wurde Laridschani ärgster Widersacher des Präsidenten.

Nach der Präsidentenwahl 2009 und den politischen Unruhen wegen angeblicher Wahlfälschungen waren die Reformer komplett weg vom Fenster. Jetzt wollen sie mit einem der beiden Ex-Präsidenten - Mohamed Chatami oder Akbar Haschemi-Rafsandschani - ins Rennen gehen. Interessant wäre eine Kandidatur von Hassan Rohani, einem moderaten Kleriker, der 2004 als Chefunterhändler in den Atomgesprächen eine vorübergehende Einstellung der Urananreicherung bewilligt hatte.

"Wichtiger ist jedoch, was Ahmadinedschad machen wird. Den sollte man nicht abschreiben", sagt ein Politologe in Teheran. Das tun auch seine Gegner nicht. Im Gegenteil. Sie befürchten, dass der Präsident nach dem "Modell Putin" ein Comeback in vier Jahren plant. Platzhalter bis dahin könnte der ehemalige Stabschef Esfandiar Rahim Maschaie sein.