Die Nachricht kam am Freitagabend gegen 18.35 Uhr: Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke) bittet Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) um die Entlassung aus seinem Amt.

Der Rücktritt kam nicht überraschend und auch nicht ganz freiwillig: Markov wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Finanzminister im Sommer 2010 unrechtmäßig einen Transporter des Landesfuhrparks privat genutzt zu haben, um sein Motorrad in die Werkstatt zu bringen.

Wer Nachfolger des 64-jährigen Markov wird - er saß bereits im ersten Brandenburger Landtag und war zwischenzeitlich Europaabgeordneter seiner Partei -, blieb noch offen. Die Blicke richten sich jedoch auf das Brandenburger Verfassungsgericht. Dort fungieren Kerstin Nitsche und Sigrid Partikel auf einem "Linke-Ticket" als Verfassungsrichter. Hinter vorgehaltener Hand gelten sie als Favoriten für die Markov-Nachfolge. Letztlich wurde schon bei dessen Amtantritt spekuliert, dass er nicht die komplette Legislaturperiode im Amt bleiben werde.

Der Cottbuser Landtagsabgeordnete und Linken-Kreischef Matthias Loehr bedauert Markovs Rücktritt. Gegenüber der RUNDSCHAU sagte Loehr, dass sich 400 Euro nicht für einen Rücktritt eignen würden. Ansonsten werde oft über Millionenbeträge geredet, die am Ende völlig straffrei bleiben würden.

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