Der brandenburgische Ministerpräsident hat schließlich seine Erfahrungen gemacht mit den Volljuristen. Und die Misere am Rechnungshof ist nicht zuletzt begründet in dem Umstand, dass dessen Vizepräsident - einer der vollen Juristen - mit seiner Rechnungslegung hinreichend Anlass bot für eine Suspendierung.
Es sagt einiges aus über die Potsdamer Politik, wenn sich die Einsichten des Regierungsund SPD-Landeschefs nicht in die Tat umsetzen lassen. Die brandenburgische Juristen-Kaste, zumeist mit glänzenden Karrieresprüngen zugewandert, zeigt, wo die Grenzen gewählter Volksvertreter liegen. Möglich wird dies nur, weil sich genügend Einfaltspinsel im Landtag und in den Medien für eine Kampagne einspannen ließen. Heute wurde abgerechnet und kein Volkswirt, kein Theologe, auch kein Ingenieur hat eine Chance.
Dass Juristen rechnen können, haben sie uns beim üppig bemessenen Trennungsgeld bewiesen. Dumm daran ist nur, dass die Allgemeinheit davon nichts hat, sondern zahlt. So kommt folgerichtig auch Platzecks Versuch eines Abschieds vom Juristenmonopol die Bürger teuer zu stehen.