Gewerkschaften und Parteien laden deutschlandweit zu Veranstaltungen ein. "Es gibt viel, für das es sich lohnt, am 1. Mai auf die Straße zu gehen", sagte zwar die Lausitzer SPD-Abgeordnete Dagmar Ziegler.

Doch wie viele werden dies tun? Die Teilnehmerzahlen bei den Großkundgebungen der Gewerkschaften sinken seit Jahren. Mit rund 400 000 Demonstranten in den unterschiedlichen Städten gelingt es ihnen dennoch, eine beachtliche Zahl auf die Beine zu stellen.

"Wer meint, Mindestlohn, Urlaubsgeld, Rente sind irgendwie ‚vom Himmel gefallen‘ und für alle selbstverständlich, braucht natürlich nicht zu unserer 1. Mai-Veranstaltung zu kommen", sagt Lothar Judith, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Cottbus. "Er darf sich dann aber auch bitte nicht beschweren, wenn's politisch mal in eine andere Richtung geht."

In Berlin, wo der 1. Mai eine Tradition linker Krawalle hat, rechnet die Polizei ebenfalls mit sinkenden Teilnehmerzahlen. "Ich gehe mit einem guten Gefühl in diesen Einsatz. Mit einem guten Gefühl, dass es ein friedlicher 1. Mai werden wird", sagt Polizeipräsident Klaus Kandt.

Im sächsischen Plauen hingegen, wo rechte und linke Gruppen aufmarschieren wollen, rüstet sich die Polizei für größere Ausschreitungen.