Diese Preisgala bietet alles: üppige Blumensträuße, Spitzenkleider, Freudentränen, nachdenkliche und humorvolle Reden, sogar einen Traum-Taucher-Film, für den Schauspielerin Laura Maria Hänsel ihr Preisgeld aus dem vergangenen Jahr einsetzte.

Vertreter der Stifterfamilie sind gekommen, die Cottbuser Politik-Prominenz, viele an der Zukunft interessierte Lausitzer, und erstmals auch der Generalkonsul der Britischen Botschaft, S.E. Nick Pickard. Er dankt den Stiftern für den Preis, der nicht nur den Nachwuchs fördere und Kunst und Wissenschaft verbinde, sondern auch beide Länder näher zusammenbringe.

Doch bevor das streng gehütete Geheimnis um die Preisträger 2013 im Großen Haus des Staatstheaters gelüftet wird, lässt das Philharmonische Orchester nach Nikolai Rimski-Korsakows Musik aus Scheherazade op. 35 Sindbads Schiff aufs Meer fahren.

Märchenhafte Musik, bei der an diesem Sonntag die 1. Konzertmeisterin Elena Soltan im doppelten Sinne die erste Geige spielt, erhält sie doch den Karl-Newman-Förderpreis. Dieser ist ebenso wie der Ernst-Frank-Förderpreis, der an Alexander Vogelsang von der BTU Cottbus-Senftenberg vergeben wird, nach Verwandten Max Grünebaums benannt und ermöglicht das Kennenlernen Großbritanniens.

Der Namensgeber selbst war ein großer Verehrer der Kunst und des Theaters. Der Vorstandsvorsitzende der Max-Grünebaum-Stiftung Prof. Dr. Claus Lambrecht erinnert daran, dass er seinerzeit nicht nur den Theatervorhang spendierte, sondern auch zu feiern verstand. Und dafür haben auch die Grünebaum-Preisträger 2013 allen Grund: Sängerin Debra Stanley, die "nach Cottbus kam, sang und siegte", wie der Intendant und Operndirektor Martin Schüler verrät. Und auch die Tänzerin Denise Ruddock, der Ballettchef Dirk Neumann höchste Disziplin und Zuverlässigkeit bescheinigt. Was auch Dr. phil. Anne Bantelmann-Betz und Dr. rer. nat. Martin Strehler von der BTU Cottbus-Senftenberg auszeichnet, die für ihre wissenschaftlichen Leistungen geehrt werden.

Zum Thema:
Zurück geht der Preis auf den Tuchfabrikanten und Cottbuser EhrenbürgerMax Grünebaum (1851-1925), der zeitlebens das Cottbuser Theater großzügig förderte. Seine Nachfahren mussten, als Juden verfolgt von den Nazis, Deutschland verlassen. In Erinnerung an das Wirken von Max Grünebaum in Cottbus errichteten die in England lebenden Enkel im Mai 1997 die Max-Grünebaum-Stiftung, mit der sie Brücken bauen wollen zwischen Cottbus und England und Versöhnung ermöglichen. Der Max-Grünebaum-Preis ist mit jeweils 5000 Euro dotiert.