Eine Journalistin zückte spontan ihr Fotohandy. So viel bei einer Pressekonferenz? Wo doch manche Pressesprecher fast schon entschuldigend sagen, dass das Geld kaum noch für Kaffee reicht?

Doch der Landesrechnungshof, der in der vergangenen Woche am Dienstag seinen Jahresbericht präsentierte, ließ sich nicht lumpen. Das edle Werk gab es nicht nur in Papierform, frisch gebunden, sondern auch auf CD-Rom. Und stolz präsentierte Christoph Weiser, der Präsident des Prüfgremiums den neuen Internetauftritt seiner Einrichtung. Gemeinsam entwickelt mit der Fachhochschule Potsdam. Einige Zehntausend Euro wurden dafür investiert. Unter den anwesenden Journalisten breitete sich Verblüffung aus. "Das soll ein Logo sein?", fragte ein Kollege relativ entgeistert. Grund genug, einige Tage später einmal nachzufragen: "Wer prüft eigentlich den Landesrechnungshof?"

Stefan Luckas, Pressesprecher des Gremiums, beruhigt: Auch das unabhängige Prüfgremium des Landes, das immerhin über einen Haushalt von rund elf Millionen Euro verfügt, wird selbst geprüft. Und zwar vom Ausschuss für Haushaltskontrolle des Landtags. Und das ist auch gut so. Denn schließlich teilt der Hof Jahr für Jahr auch kräftig aus - die neue SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke, die zuvor Geschäftsführerin der Musikakademie Rheinsberg war, kann davon ein Lied singen. Ihr attestierte das Kontrollgremium eine ausgesprochen schlampige Arbeit. Doch ihre Verteidigung, es sei ja kein Geld verloren gegangen, lässt der Rechnungshof-Sprecher nicht gelten. "Wir haben nun einmal festgestellt, was wir festgestellt haben."