Natürlich, es können immer wieder einmal auch Pannen passieren - so wie bei dem braven, bürgerlichen Kommunalwahlkandidaten der CSU in Bayern, der mit dem völlig unpassenden Ghetto-Spruch "Chabos wissen, wer der Babo ist" die nötige Stimmenzahl für ein Mandat im Gemeinderat des fränkischen Roth einst sauber verfehlte.

Und ganz gefährlich sind auch Symbolfotos, wie man sie in Fotodatenbanken im Internet ohne größere Probleme kaufen kann. Diese Erfahrung muss in diesen Tagen der Brandenburger Bauernverband machen. Als Kontrapunkt zur Kampagne des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung klebten die Bauern Werbeplakate für ihren Berufsstand. Darauf zu sehen: Ein junges, dunkelhaariges Paar, die Frau mit einem Laptop auf den Knien, der Mann mit einem Spaten in der Hand. Und jede Menge glückliche Kühe. "Wir machen Tierwohl" steht darüber. Ein Spruch, der beim Betrachten dieses Fotos durchaus passend wirkt. Und hätte der Bauernverband für diese Kampagne echte Brandenburger Bauern fotografiert, wäre wohl alles in Butter.

Doch dazu fehlt es den Landwirten offenbar schlicht an Kreativität. Oder auch an geeigneten Fotomodellen. Denn das Bild, das nun im Rahmen der Kampagne auf Brandenburger Plakatwänden klebt, ist ein irgendwo in Frankreich aufgenommenes Symbolfoto des Users "auremar" aus dem Internetportal Fotolia.de. Was den Effekt der Kampagne nun in sein Gegenteil verkehrt: Denn Oberwasser haben nun die Anhänger des Volksbegehrens, die genüsslich darauf hinweisen, dass es den Bauern wohl nicht gelang, entsprechende Motive in Brandenburg zu finden. Frei nach dem alten Motto: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen . . .