Bisweilen tat er es in einem Ton, der ihn wie ein Sprachrohr Trumps klingen ließ. Als massive Kritik aufkam, weil der Milliardär offenbar 18 Jahre lang keine Einkommensteuer zahlte, indem er enorme Verluste geltend machte, war es Giuliani, der ihn gegen alle Vorwürfe in Schutz nahm. In Wahrheit sei der Mann ein Genie, er habe Steuergesetze ausgenutzt, um sein Unternehmensimperium zu retten, sagte er. Bevor er ins New Yorker Rathaus gewählt wurde, hatte sich Giuliani einen Namen als harter Staatsanwalt gemacht. Trump könnte ihn als Justizminister in seine Regierung berufen.

Gingrich war einst der republikanische Gegenspieler des demokratischen Präsidenten Bill Clinton. 1995 wurde er Vorsitzender (Speaker) des Repräsentantenhauses, nachdem er die Konservativen erstmals nach vier Jahrzehnten wieder zu einer Mehrheit in der Abgeordnetenkammer geführt hatte. Bei der diesjährigen Kandidatenauslese gehörte er zu den ersten Prominenten seiner Partei, die ins Lager Trumps überliefen. Der 73-Jährige wird als neuer Außenminister gehandelt.

Christie, der Gouverneur New Jerseys, war als Gegner des New Yorker Tycoons ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der "Grand Old Party" gegangen. Nachdem er chancenlos das Handtuch geworfen hatte, ergriff er demonstrativ für Trump Partei, mit Auftritten, die ihm den Vorwurf peinlicher Speichelleckerei eintrugen. Als konservativer Gouverneur eines Bundesstaats, in dem traditionell die Demokraten den Ton angaben, pflegt er den Ruf eines harten Sanierers, der aber auch Brücken über Parteigräben hinweg zu bauen versteht. Christie leitet das Team, das in der Übergangsphase bis zur Vereidigung am 20. Januar das neue Kabinett zimmert.