Denn der Verbraucher rechne damit, auf solchen Seiten einen Überblick über den gesamten Markt zu bekommen. Das Urteil gilt für alle Vergleichsportale, ob für Hotels, Strompreise oder Waren beim Online-Shopping.

In dem Fall ging es um die Seite Bestattungsvergleich.de eines Betreibers in Berlin. Der Bundesverband Deutscher Bestatter hatte den Betreiber verklagt, weil dort nur diejenigen Anbieter gelistet waren, die sich zur Zahlung einer Provision bei Vertragsabschluss bereit erklärt hatten. Nachzulesen war diese Kondition aber nur im Geschäftskunden-Bereich der Seite. Das ist den Karlsruher Richtern zu wenig. "Dieser Umstand hat für die geschäftliche Entscheidung des Verbrauchers erhebliches Gewicht", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Büscher am Donnerstag bei der Urteilsverkündung. Ohne Hinweis gebe es aber gar keinen Anlass zu der Vermutung, dass über das Portal nur manche Anbieter zu finden seien.

Laut Gesetz ist das Weglassen irreführend und unlauter, wenn es sich um eine "wesentliche Information" handelt, die der Verbraucher braucht, um eine "informierte geschäftliche Entscheidung" zu treffen. Das ist nach Prüfung durch die obersten Zivilrichter hier der Fall. (Az.: I ZR 55/16)