Während Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch immerhin vier neue Minister für sein Kabinett ernannte, setzt die rot-rote Regierungskoalition auf der Fraktionsebene damit auf Kontinuität: Denn auch die SPD hatte bereits vor einigen Wochen ihren Fraktionsvorsitzenden Klaus Ness wiedergewählt. Und der Uckermärker Mike Bischoff bleibt der Parlamentarische Geschäftsführer der Sozialdemokraten. Zudem waren Mächtig und Ness auch am Koalitionsvertrag beteiligt. "Die S PD zeigt sich, wie schon bei der Wahl des Ministerpräsidenten, geschlossen und gut aufgestellt", sagte Ness nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Mächtig ihrerseits kündigte bereits erste Schwerpunkte der Arbeit der Linksfraktion in den kommenden Wochen und Monaten an. Dazu zählte die Fraktionsvorsitzende die Schaffung neuer Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylsuchende, eine Lohnuntergrenze bei öffentlichen Aufträgen, die Polizei- und die Kommunalreform. Zugleich teilte Mächtig mit, dass sie nur noch ein Jahr Fraktionsvorsitzende bleiben werde. "Danach wollen wir in der Partei einen Generationswechsel einleiten. "

Da neben legten beide Fraktionen am Freitag ihre Sprecherfunktionen fest. Besonders erwartet worden war in Potsdam dabei die Rolle, die den nicht mehr ins Kabinett berufenen Ex-Ministern künftig zukommt: Manche von ihnen haben nun wichtige Sprecherfunktionen erhalten, andere eher unbedeutende Aufgaben in der Fraktion. Die Verteilung galt als kniffelig, denn bei einer Mehrheit von gerade einmal drei Stimmen kann sich die rot-rote Koalition dauerhaft verärgerte Abweichler im parlamentarischen Alltag schlicht nicht leisten. So wird bei der SPD der bisherige Innenminister Ralf Holzschuher künftig für Energiepolitik zuständig sein, während sich die Cottbuser Abgeordnete Martina Münch zukünftig der Europa- und der Gesundheitspolitik widmen wird. Die Lübbenerin Sylvia Lehmann wurde dagegen als Vorsitzende des Arbeitskreises für Gesundheit und Soziales stellvertretende Fraktionsvorsitzende ebenso wie der Uckermärker Uwe Schmidt als Vorsitzender des Arbeitskreises für Wirtschaft, Arbeit und Finanzen .

Bei den Linken wird der bisherige Wirtschaftsminister Ralf Christoffers künftig Sprecher für Infrastruktur und Raumordnung. Außerdem wählte ihn die Fraktion zu einem der beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, so wie auch die auf Listenplatz 2 angetretene Lausitzerin Kathrin Dannenberg künftig zum Fraktionsvorstand gehören wird. Dagegen soll sich die bisherige Umweltministerin Anita Tack künftig der Stadtentwicklungs-, Bau-, Wohnungs- und Verkehrspolitik widmen. Der frühere Justizminister Volkmar Schöneburg wird zum Sprecher für Medienpolitik, während die ehemalige Fraktionsvorsitzende und Architektin der ersten rot-roten Koalition, Kerstin Kaiser, Sprecherin für Europa, Entwicklungspolitik und Verbraucherschutz wird.