Einerseits will sie niemandem zur Last fallen und alles gut machen. Andererseits kann sie die schweren hauswirtschaftlichen Arbeiten und das Erleben der veränderten Persönlichkeit des Partners nicht mehr ertragen. „Es geht nicht mehr“ , ist ihr Hilfeschrei unter Tränen. „Was soll ich tun?“ Die RUNDSCHAU bittet im Wohnpark Lausitzer Seenland des Arbeitersamariterbundes (ASB) in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) um Hilfe. Noch am gleichen Abend wird Frau R. über die verschiedenen Angebote informiert. „Es ist nicht selten, dass Menschen in solche Situationen kommen“ , weiß der Leiter des Briesker Wohnparks, Karl-Heinz Kaiser. Viele würden aus Liebe, Verantwortungsgefühl oder Scham über die Grenzen ihrer Kraft gehen, und manch einer breche dann selbst zusammen. Inzwischen ist der Anstoß gegeben, die Betreuungsbehörde im Sozialamt des Landkreises eingeschaltet - und gemeinsam wird nach dem passenden Weg für das Paar gesucht. Ob der Tagespflege, betreutes Wohnen, Heimplatz oder eine andere Unterstützungsform sein wird, ist noch offen. Die RUNDSCHAU bleibt dran.

Über einen üblen Trick eines Cottbuser Telefonhauses ärgert sich Angela Steiner aus Cottbus. Ihr 14-jähriger Sohn hat sich eine Call-Ya-Karte für zehn Euro von Vodafone gekauft, merkt aber schnell, dass nur fünf Euro geladen waren. Bei der Reklamation redet man sich heraus und lässt die Betroffenen auch noch bei einer teuren Hotline anrufen, die das Dilemma richten soll. So sinkt das spärliche Guthaben immer weiter. Angela Steiner: „Mir geht es nicht nur um die fünf Euro, sondern auch ums Prinzip.“ Sie will andere Käufer warnen und ihnen raten, beim Kauf von Telefonkarten deren Startguthaben zu kontrollieren. Bei Vodafone in Ratingen selbst hört man diese Geschichte gar nicht gern. „Wir erstatten dem jungen Mann für den Ärger eine 25-Euro-Karte“ , entschuldigt sich Pressesprecher Markus Freitag. Der Fehler habe beim ortsansässigen Anbieter gelegen.

Gerhard Wodtke, Barbara Liebe und Eva Schulz
aus Cottbus gehören zu den RUNDSCHAU-Lesern, die sich von Telefonanbietern über den Tisch gezogen fühlen. Sieben Wochen wartet beispielsweise Barbara Liebe auf die Erfüllung ihres 1&1-Vertrages, den sie in einem Cottbuser Fachmarkt abgeschlossen hat. Schließlich hat sie die Nase voll und will ihn kündigen. Das aber wird ihr verwehrt. Die RUNDSCHAU kann ihr helfen. Eva Schulz' Telefon-Ärger ist nicht selten: Nach einem unverbindlichen Telefongespräch sieht sie sich plötzlich in einen Vertrag gezwängt, den sie gar nicht will. Geht das überhaupt, fragt sie sich nun, sie hätte doch nichts unterschrieben. Norbert Richter von der Verbraucherzentrale Brandenburg weiß aus seinem Beratungsalltag nur allzu gut, dass Werbung am Telefon, obwohl sie ohne Einwilligung des Kunden nicht rechtens ist, zunimmt. Telefonisch Verträge zu schließen, ist an sich aber mö ;glich - und manchmal ja auch ganz bequem, wenn wir zum Beispiel Katalogware bestellen. Beim Wechsel von Telefontarifen oder Anbietern aber rät der Fachmann von telefonischen Verträgen ab: „Die Tarife kann man gar nicht am Telefon durchsteigen, die sind viel zu kompliziert.“ Falls die Verbraucher am Telefon nicht zugestimmt hatten, sollten sie in jedem Fall widersprechen (mit Einschreiben) und darauf hinweisen, dass sie telefonisch keinen Auftrag erteilt haben. Wenn das nicht akzeptiert wird, den Vorfall bei der Verbraucherberatung melden - dann werden die Anbieter abgemahnt.

Ruth und Heinz Caspar
aus Hoyerswerda sind rüstige und interessierte Rentner. Was in ihrer Heimatstadt passiert, lässt die 85-Jährigen nicht kalt. So verfolgen sie in der RUNDSCHAU auch die Nachrichten zum Baugeschehen. Als sie kürzlich von den Straßenbauvorhaben lasen, vermissten sie eine für sie wichtige Information: „Der Fußweg in der Bautzner Allee 26 ist seit Jahren in katastrophalem Zustand. Eigentlich müsste da ein Warnschild stehen, ,Vorsicht, nicht betreten‘. Seit 2005 wird uns immer wieder versprochen, dass er gemacht wird - und nun steht er wieder nicht im Plan“ , ärgert sie sich am RUNDSCHAU-hilft-Telefon. Hoyerswerdas Pressesprecher Bernd Wiemer bedauert: „Bedingt durch die späte Genehmigung des Haushaltes kann der Gehweg in diesem Jahr nicht mehr ausgebaut werden, sondern erst im Frühjahr 2008.“ Ein Trost: Anfang voriger Woche hat bereits die Vergabe der Arbeiten begonnen.

Ahnenforschung ist eine spannende Sache. Sie lockt auch Ursula Gohla aus Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz). So gerät sie im Internet auf eine Homepage der Firma Genealogie Ltd., die die Erarbeitung eines Stammbuches anbietet. Die geforderten Daten gibt sie an, und nach flüchtigem Lesen wird ein Häkchen bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen angeklickt. Auf den Stammbaum wartet sie vergeblich. Stattdessen kommen Rechnungen zu ihr nach Hause - und die werden mit Nachdruck sogar von Anwälten eingefordert. „Keine Panik“ , rät die Verbraucherzentrale Brandenburg und verweist auf ein Urteil des Amtsgerichtes München (Az.: 161 C 23695/06). Wenn die Kostenpflicht von Internetseiten nur versteckt in den AGB oder unter einem Text angegeben sind, kommt kein wirksamer Vertrag zustande, sodass Betroffene solche Rechnungen nicht bezahlen sollten. Auf der sicheren Seite seien Verbraucher, die den Forderungen einmal widersprechen und den Nachweis aufbewahren. Einem unberechtigten Mahnbescheid muss man immer widersprechen, raten die Verbraucherschützer.
(*Der Name ist
der Redaktion bekannt.)