Die Tanne vom Typ Nordmann ist zwar mit knapp sieben Metern vergleichsweise kurz für einen öffentlichen Weihnachtsbaum. Doch ihre Ausleger machen sich sehr formschön auf den Travertinfliesen im Foyer.

Dieser besondere Baum wird traditionell vereidigt, was zu den angenehmeren Aufgaben im langen Pflichtenkatalog des Landtagspräsidenten gehört. Bei der kurzen, aber feierlichen Zeremonie waren neulich hochrangige Vertreter des Waldbauvereins Deutsch-Paulsdorf und des Sächsischen Waldbesitzerverbands zugegen.

Dummerweise wurde der Präsident beim Verlesen des Amtseids kurz abgelenkt, weil oben auf dem Linken-Flur jemand hustete. Der Passus, dass der Baum "Schaden vom Freistaat abwenden" werde, blieb ungeschworen.

Dieser fatale Fehler fiel zwar nur einer aufmerksamen Protokollantin auf, doch laut Geschäftsordnung muss in solchen Fällen die Veranstaltung wiederholt werden.

Weshalb Matthias Rößler kurz darauf den Weihnachtsbaum bekniete. Doch der stellte sich quer: Nö, er wolle endlich mit der Arbeit beginnen, draußen warte schon die Presse, wie peinlich sei das denn überhaupt, es müsse jetzt auch so gehen, Schaden anzurichten sei sowieso nicht seine Art, der Terminkalender sei auch voll, eine Lücke gebe es frühestens Mitte Januar.

Bis dahin kann die Tanne im Hohen Hause, streng genommen, wüten wie die Axt im Walde.