Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Björn Lakenmacher und Gordon Hoffmann hervor. Im Sommer hatte es vor allem im Landkreis Prignitz Aufregung um mehrere Unfälle gegeben, bei denen von der Regionalleitstelle in Potsdam nicht immer die geografisch nächstgelegene Feuerwehr alarmiert wurde. Hoffmann und Lakenmacher hatten deswegen bei der Landesregierung nachgehakt.

Doch auf die Frage, wie viele Falschfahrten von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei es seit der Errichtung der Regionalleitstellen gegeben habe, antwortete das Ministerium lediglich, dass dazu keine statistischen Daten vorlägen. Dürftig wirken auch andere Antworten des Innenministeriums: Zu den Fragen, ob die Personalvorgaben für die Leitstellen eingehalten werden, und wie hoch der Krankenstand in den Leitstellen sei, antwortete das Ministerium, dass ihm dazu keine Informationen vorliegen. Und ob alle Mitarbeiter der Regionalleitstellen die erforderlichen Qualifikationen als Rettungsassistent und Gruppenführer der Feuerwehr besitzen, "ist der Landesregierung nicht bekannt." Nur an einer Stelle war sich das Ministerium offenkundig sicher: Auf die Frage, welche Ursachen für Falschfahrten verantwortlich seien, antwortete das Ministerium mit dem Hinweis auf "falsche Ortsangaben durch die mitteilenden Personen."

Um so etwas künftig zu vermeiden, werde in der Leitstelle ein "Abgleich der genannten Einsatzdaten mit den in den Einsatzleitsystemen hinterlegten Daten vorgenommen." Nur wenn die Ortsangaben "plausibel und zuordenbar seien, sei eine Einsatzeröffnung möglich".

Gegenüber der RUNDSCHAU zeigte sich Hoffmann empört. "Im Prinzip weiß die Landesregierung nichts", sagte Hoffmann. "Hier wird die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit dem Zufall anheimgestellt." Wer das Problem nicht einmal "ehrlich beschreiben kann", könne auch keine Lösungen erarbeiten, betonte der CDU-Politiker. "Eine ernsthafte Evaluation des Systems der Regionalleitstellen ist angesichts dieser Aussagen dringend erforderlich, schließlich geht es hier um die Sicherheit unserer Bürger."

Auch Hans-Peter Goetz, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sieht das Thema nicht als erledigt an. "Der Brandschutz ist eine hoheitliche Aufgabe des Landes", sagte er der RUNDSCHAU. "Wenn man da nicht weiß, ob die Mitarbeiter in den Leitstellen ausreichend qualifiziert sind, gibt es Handlungsbedarf."