Alle müssen den Gürtel enger schnallen, doch ausgerechnet die gut versorgten Beamten wollen partout nicht abspecken. Der Vorschlag der Landesregierung, die Verwaltung auf Schrumpfkurs zu schicken, wird mit Protesten pariert. Vor allem bei Polizei und Justiz ist das Bauchgrummeln spürbar. Zunehmend ältere Menschen, das bedeutet immer weniger Potenzial für Jugenddelikte. Die Häftlingszahlen könnten derart zusammenschnurren, dass ein Gefängnis überflüssig wird. Das bedeutet weniger Bedarf für Gefängnismitarbeiter und Richter. Hinter den Kulissen wird bereits diskutiert, wie noch mehr teure Haftplätze überflüssig werden. Als Schlüssel gilt ein Strafrecht ohne Strafe. Der billigere Täter-Opfer-Ausgleich dürfte zumindest bei einem Teil der Delinquenten den Weg in den Knast ersparen. Seit 16 Jahren wenden die Strafverfolgungsbehörden bei uns dieses Mittel weitgehend erfolgreich an. Nun soll ausgelotet werden, wieviel Potenzial das Strafrecht ohne Strafe noch in sich birgt. Allerdings gibt es auch Skeptiker, die ganz und gar nicht mit einer Entlastung von Polizei und Justiz rechnen, wenn die Märker immer älter werden. Die Deutsche Bahn beobachtet in und um Berlin bereits, dass immer mehr renitente Rentner unter jenen sind, die auf Schaffner losgehen. Pöbelnde Alte seien auch in zunehmendem Alter durchaus rüstig und aktiv, verriet ein Mitarbeiter der Konzernsicherheit.

PS: Gut möglich also, dass der Jugendknast in Brandenburg bald altengerecht umgebaut werden muss. Rollstuhlrampen, pflegefreundliche Zellen und vielleicht auch ein Gefängnisgarten, in dem die Alten bei eigenen Radieschen und Tomaten vor sich hinpusseln können. Immerhin könnte man Kosten ja dann bei der Bewachung sparen. Mit Rollstuhl und Gehbock wird die Flucht selbst über unbewachte Gefängsnismauern doch recht unwahrscheinlich.