Mehrfach hat es hier schon gebrannt, giftige Gase wurden freigesetzt. Rauch zog über die Autobahn, gefährdete die vorbeirasenden Fahrer. "Eine Zeitbombe", sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Ludwig Burkardt, der wegen der Niemegker Deponie im Sommer eine "Kleine Anfrage" an das Potsdamer Umweltministerium richtete. Seinen Informationen nach gibt es im Land rund 100 illegale Mülldeponien und insolvente Recyclinganlagen, die dringend saniert werden müssen. "Ich rechne damit, dass insgesamt ein Aufwand von rund 100 Millionen Euro nötig ist, um diese Müllkippen zu sanieren."

Das könnte stimmen. In der Anlage zur "Verordnung zur Regelung der Zuständigkeiten auf dem Gebiet des Abfall- und Bodenschutzes" sind die dem Land bekannten Müllkippen und geschlossenen Recyclingfirmen aufgeführt. Oft nur mit Geokoordinaten, weil die Orte und Grundstücke keinen Namen haben. In Cottbus-Saspow findet sich demnach eine illegale Müllablagerung, am Bahnsdorfer Berg in Elbe-Elster und an der Autobahn in Forst.

Betroffen sind auch die Reste eines Reifenhandels in Schmolde in der Prignitz oder einer Wertstoffverwertung in Pinnow in der Uckermark. Dem Land fällt es schwer, Menschen dafür zur Verantwortung zu ziehen. Oft haben die Grundstücke den Besitzer gewechselt, manchmal sind die Kreise und Kommunen zuständig. Doch dem CDU-Politiker Burkardt ist das nicht genug. Er vermisst ein konzentriertes Vorgehen: "Im rot-roten Koalitionsvertrag findet sich zwar eine Regelung zur Versorgung ehemaliger Ministerpräsidenten, aber kein einziger Satz über die Entsorgung illegaler Mülldeponien", so Burkardt. "Ich fordere die neue Landesregierung auf, unverzüglich Maßnahmen einzuleiten und mit der Sanierung der Kippen zu beginnen." Das Potsdamer Umweltministerium will sich auf Anfrage der RUNDSCHAU im Laufe des heutigen Dienstags zu der Thematik äußern.