Der TV-Star hat seit Jahren ein gespanntes Verhältnis zu der Verwaltung der Landeshauptstadt, in der er einen Teil seiner üppigen Vergütung in Immobilien anlegt. Die Behörden schikanierten ihn, sagte er schon früher, und jetzt glaubt er nachweisen zu können, dass sie ihn auch massiv benachteiligen.

Einige der seltsamen Verkäufe von städtischen Immobilien, die Günther Jauch kritisiert, reichen bis in die Amtszeit Plat-zecks zurück. Beim Disput zwischen Jauch und der von der SPD dominierten Stadtspitze sind die Risiken sehr einseitig verteilt. Dem Fernsehmann kann es im Wesentlichen egal sein, ob und mit welchem Erfolg der eine oder andere Brandenburger an seiner Reputation feilt. Und er wird für sein Geld auch andere Anlagemöglichkeiten finden als Immobilien in Potsdam, die er nach allen vorliegenden Informationen vorbildlich verwalten lässt. Für Platzeck und Genossen aber wird es enger. Denn erklärlich ist dieser immer gleiche Mix aus Investoren, Sportsfreunden und Parteipolitikern, der in Potsdam überall anzutreffen ist, schon deswegen nicht, weil die Stadt – siehe Jauch – ganz offenkundig attraktiv für viele ist.

Willkommen ist aber beileibe nicht jeder, sondern nur jeder, der passt. Jauch passt offenbar schon deswegen nicht, weil der einen Türöffner gar nicht braucht und sich mit einiger Sicherheit krumme Geschäfte gar nicht leisten kann. Der Mann verdient sein Geld mit Glaubwürdigkeit.

PS. Schön passt es da wieder, zu erfahren, dass Platzecks Freund Rainer Speer sich jetzt endgültig seiner Frühpension erfreuen kann. Er ist ja inzwischen 52 Jahre alt geworden.