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| 02:45 Uhr

Weniger Unfalltote in Brandenburg

Potsdam. Wer auf Brandenburgs Straßen unterwegs ist, lebt gefährlich: Auch wenn 2016 nur 121 Verkehrstote zu verzeichnen waren und damit der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht wurde, gehört das Land weiterhin zu den Schlusslichtern bei der Verkehrssicherheit. 2016 starben umgerechnet auf eine Million Einwohner 49 Menschen auf Brandenburgs Straßen – 2015 waren es noch 73. Benjamin Lassiwe / iwe1

Damals hatte das Land den bundesweit schlechtesten Wert erreicht - im Gegensatz zu Sachsen, das sich solide im Mittelfeld befand.

Und auch 2016 wird daran nicht viel verändern. "Es besteht die Chance, dass Brandenburg die rote Laterne im Ranking der Bundesländer abgeben kann", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwoch in Potsdam. Aber nicht viel mehr - denn auch in den übrigen Bundesländern sank die Zahl der Unfalltoten. Und die absolute Zahl der Verkehrsunfälle ist in Brandenburg sogar gestiegen: Von 80 978 im Jahr 2015 auf 82 407 im Jahr 2016. "Das ist eine Bilanz, die keine Freude macht", sagte Schröter. "Wir können nicht hinnehmen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle seit drei Jahren immer weiter wächst."

Weil rund ein Drittel aller Verkehrstoten auf Raserei zurückzuführen ist, will die Brandenburger Polizei nach Angaben von Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sich künftig verstärkt um Geschwindigkeitsverstöße kümmern. Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße um sieben Prozent auf 1,54 Millionen. Und die Zahl der Fahrer, die unter Drogeneinfluss am Lenkrad ertappt wurden, wuchs gar um 24 Prozent, also fast ein Viertel, auf 1440. Das raue Klima auf Brandenburgs Straßen machte sich im Übrigen auch bei den Bußgeldeinnahmen bemerkbar: Sie stiegen von 43,2 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 48,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr.