Damals hatte das Land den bundesweit schlechtesten Wert erreicht - im Gegensatz zu Sachsen, das sich solide im Mittelfeld befand.

Und auch 2016 wird daran nicht viel verändern. "Es besteht die Chance, dass Brandenburg die rote Laterne im Ranking der Bundesländer abgeben kann", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwoch in Potsdam. Aber nicht viel mehr - denn auch in den übrigen Bundesländern sank die Zahl der Unfalltoten. Und die absolute Zahl der Verkehrsunfälle ist in Brandenburg sogar gestiegen: Von 80 978 im Jahr 2015 auf 82 407 im Jahr 2016. "Das ist eine Bilanz, die keine Freude macht", sagte Schröter. "Wir können nicht hinnehmen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle seit drei Jahren immer weiter wächst."

Weil rund ein Drittel aller Verkehrstoten auf Raserei zurückzuführen ist, will die Brandenburger Polizei nach Angaben von Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sich künftig verstärkt um Geschwindigkeitsverstöße kümmern. Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße um sieben Prozent auf 1,54 Millionen. Und die Zahl der Fahrer, die unter Drogeneinfluss am Lenkrad ertappt wurden, wuchs gar um 24 Prozent, also fast ein Viertel, auf 1440. Das raue Klima auf Brandenburgs Straßen machte sich im Übrigen auch bei den Bußgeldeinnahmen bemerkbar: Sie stiegen von 43,2 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 48,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr.