Denn: "Die Unfallbelastung in Brandenburg ist im Vergleich der Bundesländer zu hoch." Im vergangenen Jahr habe die Mark mit 103 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner bundesweit an der Spitze gestanden.
Mit Sorge beobachte die Brandenburger Polizei außerdem den Lastwagenverkehr und die sprunghaft gestiegenen Unfälle an Autobahnbaustellen. Schönbohm zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass Brandenburg in diesem Jahr das Ziel der EU erreichen werde, die Verkehrsunfallzahlen pro Jahr um fünf Prozent zu verringern.

Kontrollen gehen weiter
Nach vorläufigen Zahlen gab es nach Angaben Schönbohms im ersten Halbjahr 38 930 Unfälle (minus 5,9 Prozent). Die Zahl der Verletzten sank demnach um 13 Prozent auf 5142, die Zahl der Verkehrstoten um neun Prozent auf 112 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies sei auch ein Ergebnis "konsequenter Verkehrskontrollen", erklärte der Minister. Die "intensiven Kontrollen" würden fortgesetzt.
Häufig seien Verkehrssünder zu schnell gewesen (559 873 Überschreitungen, plus fünf Prozent). Schönbohm zufolge verringerte sich zudem die Zahl der Alkohol-, Baum- und Fahrradunfälle um bis zu 15,8 Prozent, die Zahl der Motorradunfälle sank um 22,3 Prozent. Besonders erfreut zeigte sich der Minister darüber, dass 2008 bislang kein Kind im Straßenverkehr getötet worden sei. Allerdings seien bereits 345 Kinder (minus 27,1 Prozent) bei Unfällen verunglückt.

Gefahrenbereich Baustelle
Deutlich weniger Karambolagen verursachten zudem die 18- bis unter 25-Jährigen, wie Schönbohm erläuterte. Bislang habe es 4565 Unfälle (minus 22,8 Prozent) gegeben, bei denen weniger Menschen verletzt (995) oder getötet (18) worden seien. Senioren dagegen waren laut Statistik häufiger in Unfälle verwickelt (6067, plus 2,4 Prozent.) Besorgt zeigte sich der Innenminister über die Situation auf brandenburgischen Autobahnen. Die Zahl der Unfälle in Baustellenbereichen hat sich drastisch von 87 auf 261 erhöht.
Die Anzahl der Unfälle mit Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen habe sich zwar von 6248 im ersten Halbjahr 2007 auf 6035 in 2008 verringert. Allerdings habe es bereits 41 Tote gegeben (2007: 34). 10 834 Autofahrer mussten laut Statistik im Bußgeldverfahren ihre Führerscheine abgeben. Im Vorjahreszeitraum seien es 11 044 gewesen.
(dpa/mb)