2011 schieden 279 Brandenburger freiwillig aus dem Leben. Das geht aus einer Antwort von Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Auch die Selbstmordrate - die Zahl der Suizide im Verhältnis zur Einwohnerzahl - sank. Die Werte entsprechen laut Tack etwa im Bundesdurchschnitt.

In Brandenburg gibt es verschiedene Hilfsangebote für Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen. 2004 erreichte die Zahl der Selbsttötungen den Höhepunkt der vergangenen zehn Jahre. Seither war die Tendenz fast durchweg fallend. Der niedrigste Wert (266) wurde 2009 erreicht. Ein Jahr später stieg die Zahl noch einmal auf 302, um 2011 wieder zu sinken. Die Zahl der Suizide je 10 000 Einwohner lag 2004 noch bei 1,6. Seit 2008 lag die Rate fast durchgängig bei 1,1 - mit Ausnahme von 2010 (1,2).

Männer nahmen sich laut Statistik deutlich häufiger das Leben als Frauen. Bei ihnen war die Selbstmordrate bis zu viermal höher als die der Frauen. Suizidgefährdung sei ein sehr komplexes Thema und umfasse verschiedene Aspekte. Die Möglichkeiten der Einflussnahme durch die Landesregierung seien begrenzt, sagte Tack. Das Land unterstütze Einrichtungen und Projekte für psychisch Kranke oder seelisch behinderte Menschen. Diese Hilfen dienten auch der Suizidprävention. Zu den Einrichtungen zählen laut Tack 28 Kontakt- und Beratungsstellen für psychisch kranke Menschen und eine Krisenpension in Nauen.

Eine Umfrage in den Beratungsstellen habe gezeigt, dass das Thema Selbstmord gegenwärtig sei. Laut Tack gab es konkrete Fälle, in denen Mitarbeiter Betroffene davon überzeugen konnten, ihren Tötungsabsicht nicht zu verwirklichen.