Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in Brandenburg im vergangenen Jahr erneut gesunken. Insgesamt wurden 3497 Abtreibungen gemeldet, wie das Statistikamt am Dienstag in Potsdam mitteilte. Das waren 245 beziehungsweise 6,5 Prozent weniger als 2011, als 3742 Schwangerschaftsabbrüche registriert wurden. Etwa zwei Drittel der Frauen (2304) waren zum Zeitpunkt der Abtreibung ledig, 1064 Frauen (30 Prozent) waren verheiratet. Knapp die Hälfte (1684) war zwischen 20 und 30 Jahre alt. 146 Abtreibungen wurden bei unter 18-Jährigen vorgenommen.

Von den Frauen, die abtreiben ließen, hatten 35,5 Prozent - die größte Gruppe - bereits ein Kind; 26,8 Prozent waren Mütter von zwei Kindern; 28 Prozent der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.

Bundesweit wurden 2012 insgesamt 106 800 Schwangerschaftsabbrüche (minus 1,9 Prozent) gemeldet. Nach Angaben der Organisation pro Familia gehen die Schwangerschaftsabbrüche seit Jahren kontinuierlich zurück. Brandenburg liege mit seiner Abbruchquote im Mittelfeld der Bundesländer, sagte eine Sprecherin.

Der Rückgang bei den Abtreibungen sei erfreulich, allerdings dürfe man sich nicht auf dem Erfolg ausruhen. Es gebe weiterhin zahlreiche Defizite, etwa dass Verhütungsmittel für Bürger mit geringem Einkommen oft unerschwinglich seien. Kontraproduktiv sei auch, dass Frauen und Mädchen die „Pille danach“ in Deutschland nur über den Umweg eines Arztbesuchs und auf Rezept erhielten, hieß es. „Dabei kann die Pille danach - rechtzeitig eingenommen - ungewollte Schwangerschaften verhindern.“