Die BTU Cottbus-Senftenberg steht vor spürbaren Veränderungen. Bei seiner Antrittsrede als neuer Uni-Präsident schlug Professor Jörg Steinbach erste Pflöcke für das begonnene Zusammenwachsen der ehemaligen Technischen Universität Cottbus mit der früheren Hochschule Lausitz ein.

Ein erster, wie er sagte "schmerzhafter Schritt" werde die Reduzierung der Lehrstühle auf rund 170 sein. Derzeit sind noch rund 200 Professoren in Cottbus und Senftenberg tätig. Die Reduzierung der Zahl der Hochschullehrer sei zwingend notwendig und soll dem wissenschaftlichen Mittelbau zugutekommen. Das heißt, weniger Professoren, aber diese mit jeweils mehr Mitarbeitern. Dafür erwartet Steinbach "die Ausprägung eines sichtbaren Profils" in der Forschung.

Das Potenzial der Wissenschaftseinrichtung sei gut, müsse aber noch zur Blüte gebracht werden, so der neue Uni-Chef. Voraussichtlich 40 Millionen Euro Drittmittel in diesem Jahr seien eine gute Basis. Das Drittmittelvolumen anderer Technischer Universitäten auf die Größe der BTU heruntergerechnet würde für Cottbus 60 Millionen Euro ausmachen. Das Aufholen dieser Differenz von derzeit 40 auf 60 Millionen sei machbar. Die Zahl der Studenten soll sich bei 12 000 stabil einpendeln. Derzeit gibt es knapp 10 000 Studierende.

Viel Lob und Dank gab es für den scheidenden Gründungsbeauftragten Birger Hendriks. Sowohl Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), als auch Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) würdigten seine Verdienste. Hendriks hatte im Juli 2013 als Gründungsbeauftragter die Leitung der fusionierten BTU Cottbus und Hochschule Lausitz übernommen. Kunst bezeichnete ihn als einen "beharrlichen Anwalt" der Universität in der Gründungsphase.

Die Verschmelzung beider Einrichtungen war von einem Teil der Mitarbeiter und Studenten heftig kritisiert und abgelehnt worden. Jörg Steinbach übernahm die Uni-Leitung im Juli dieses Jahres.

Bei seiner offiziellen Amtseinführung nannte Steinbach auch die für ihn erkennbaren ersten Forschungsschwerpunkte: Energieerzeugung, Biotechnologie und unter dem Begriff "Smart Region" Fachbereiche wie Geo- und Umwelttechnik, Bauingenieure, Architekten, Informatiker.

Zum Jahreswechsel will Steinbach den Entwurf eines Hochschulentwicklungsplanes vorlegen, der nach intensiver Diskussion im nächsten Sommer verabschiedet wird.

Bekannt gab Steinbach auch, wen er neben Uni-Kanzler Wolfgang Schröder in sein Leitungsteam holen will. Dekanin Christiane Hipp soll seine Vertreterin im Amt werden, Stefan Zundel und Mathias Koziol weitere Vizepräsidenten. In den kommenden Wochen wird es für sie Anhörungen und Wahlen geben.