Die meisten Flüchtlinge erreichen die Zentrale Ausländerbehörde Brandenburgs in Eisenhüttenstadt mit Sonderzügen und Bussen aus Bayern. Seit mehr als einer Woche hat sich die Zahl der dort Ankommenden bei 350 Personen täglich eingependelt. Laut Behördenleiter Frank Nürnberger waren es im Spätsommer bis zu 500 Menschen täglich. Durch zusätzliche Helfer aus Landesbehörden und Bundeswehr sowie einen Zweischichtbetrieb können alle Neuankömmlinge in Eisenhüttenstadt noch am Tag ihrer Ankunft registriert werden.

In Sachsen hat sich die tägliche Zahl der Neuaufnahmen von Asylbewerbern inzwischen bei knapp 690 täglich eingependelt. Beide Bundesländer haben in ihren Erstaufnahmeeinrichtungen jedoch nur einen geringen Puffer an freier Kapazität. In Sachsen sind zurzeit etwa 3000 von insgesamt 17 000 Plätzen frei, in Brandenburg sind es 1000 von knapp 3700. Sachsen will das Tempo der Weiterverteilung auf die Kommunen deshalb erhöhen.

Vor einer Woche waren insgesamt in Deutschland seit Januar knapp 945 000 Flüchtlinge angekommen. Am vergangenen Wochenende kamen nach verschiedenen Medienberichten jedoch weniger Menschen an als bisher täglich. Als Ursachen werden schlechtes Wetter und neue Grenzzäune auf der Balkanroute angenommen.

Bis die Neuankömmlinge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ihren Asylantrag stellen können, vergehen mehrere Monate.