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| 01:00 Uhr

Weniger Kirchenkreise in der Lausitz

Wie geht es mit dem Sprengel Görlitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) weiter? Nach der Kirchenfusion, bei der am 1. Von Benjamin Lassiwe

Januar 2004 die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg mit der Kirche der schlesischen Oberlausitz zusammenging, wurde das ehemalige Gebiet der Lausitzer Kirche zum kleinsten, nur vier Kirchenkreise umfassenden Sprengel der neuen Kirche. Er wird von einem Regionalbischof geleitet. Und der genießt Bestandsschutz: Im Einigungsvertrag zwischen den beiden Kirchen ist Görlitz als Sitz eines Generalsuperintendenten oder Regionalbischofs ausdrücklich festgeschrieben.

Bedenken in der Region
Doch in der jüngsten Zeit haben neue Strukturreformen für Verunsicherung gesorgt. Denn die Kirchenleitung der EKBO will die Zahl der Kirchenkreise des Sprengels Görlitz reduzieren. Künftig soll ihre Zahl nur noch zwei betragen. Im Lausitzer Kirchengebiet gibt es dazu Bedenken: "Vorher wurden alle Kreiskirchenräte zur künftigen Struktur des Sprengels befragt, und dabei hat man sich einstimmig für drei Kirchenkreise ausgesprochen", erläutert der Görlitzer Superintendent Jan von Campenhausen. Bei insgesamt zwei Kirchenkreisen würden die Superintendenturen in Niesky und Görlitz bestehen bleiben, bei dreien wären es wohl Weißwasser, Niesky und Görlitz. Ob der Kirchenkreis Hoyerswerda nach der im kommenden Frühjahr anstehenden Pensionierung von Superintendent Friedhart Vogel noch bestehen bleibt, ist derzeit unklar.
"Aber egal, wie viele Kirchenkreise es letztlich sind - die Reformen haben das wichtige Ziel, die Kirche angesichts immer weniger Mitglieder auch in Zukunft arbeitsfähig zu halten", erklärt von Campenhausen gegenüber der RUNDSCHAU. Dabei sollen das spezifische Profil des Sprengels Görlitz, besonders die Jugendarbeit, die enge Verbindung von Gemeinde und Diakonie sowie die besondere Bedeutung der Kirchenmusik erhalten bleiben.
Freilich würde der künftige Sprengel dann sehr klein: Die übrigen Kirchenbezirke Berlin, Cottbus und Neuruppin beständen aus deutlich mehr Kirchenkreisen. Kirchliche Insider rechnen daher mit Veränderungen an der Nordgrenze des Sprengels, die zur Folge hätten, dass einige Kirchenkreise aus dem Cottbuser Sprengel künftig zum Görlitzer Kirchengebiet gehören werden.

Angelegenheit für die Zukunft
Fraglich wäre, was in ferner Zukunft, wenn die Amtszeit der im vergangenen Jahr eingeführten Stelleninhaberin Heilgard Asmus ausläuft, mit der Cottbuser Generalsuperintendentur geschehen würde. Sie ist in der Grundordnung der Landeskirche nicht abgesichert. "In der Kirche macht man sich über solche Fragen durchaus Gedanken", sagt Jan von Campenhausen. "Aber das ist sicher keine Angelegenheit, die in der nächsten Zeit auf der Tagesordnung stehen wird."