"Ich wage zwar keine Prognose für 2009, aber es sollte mich wundern, wenn es weiter nach unten ginge", sagte OLG-Präsident Ulrich Hagenloch mit Blick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Einen neuerlichen Anstieg gab es bei den Kosten, die wegen des Betreuungsgesetzes anfallen. 2008 mussten in Sachsen fast 39,4 Millionen Euro aufgewendet werden, vor allem für Betreuervergütungen. Das waren rund 2,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die immer älter werdende Bevölkerung lasse darauf schließen, dass diese Ausgaben weiter zunehmen würden, prognostizierte Hagenloch. Das Oberlandesgericht verzeichnete mit 2138 Berufungen in Zivilsachen 39 weniger als 2007, bei den Familiensachen waren es mit 804 Berufungen 41 weniger. Die Verfahrensdauer stieg leicht an: Die Zivilsenate benötigten pro Berufung im Schnitt 5,9 Monate (2007: 5,6), die Familiensenate kamen mit 4,5 Monaten (4,1) aus. "Trotzdem liegen wir bei der Verfahrensdauer noch deutlich im Vorderfeld der Bundesländer", sagte Hagenloch. Die Belastung der sächsischen Amts-und Landgerichte blieb im Jahresvergleich in etwa stabil. Vor allem durch die reformierte Familiengesetzgebung werden auch in Sachsen mehr Verfahren erwartet, so zur Unterhaltsregelung. Dabei könnten auch bisherige Regelungen noch einmal überprüft werden, sagte OLG-Richter Holger Schindler. Die Dauer von Sorge- und Umgangsrechtsverfahren, die bundesweit im Schnitt bei rund sieben Monaten liege, solle künftig verringert werden, sagte er. dpa/han