Unterdessen kritisierte die Grünen-Fraktion die ungleiche Behandlung der Verbände bei den Stellenstreichungen. Mit Blick auf die Ministeriumspläne warnte der Kinder- und Jugendring Sachsen sogar vor einer Auflösung von einzelnen Trägern.
Laut Hauser soll im nächsten Jahr die Unterstützung der überörtlichen Jugendhilfe um rund 400 000 Euro reduziert werden (die RUNDSCHAU berichtete). Derzeit werden in diesem Bereich 49 Verbände und Dachorganisationen mit 76 Fachkräften mit Mitteln in Höhe von 3,7 Millionen Euro bezuschusst.
Als Grund nannte Hauser den gesellschaftlichen Wandel und die demografische Entwicklung, die zu Veränderungen im gesamten sozialen Verbandsbereich führe. "Diesem Prozess kann sich auch die Jugendhilfe nicht entziehen", fügte er hinzu.
Unterdessen kritisierte die Grünen-Fraktion im Landtag die unterschiedliche Behandlung der Verbände bei der Kürzung der Fördermittel. "Kirchliche und SPD-nahe Verbände wurden von den Kürzungen ausgenommen, um fachliche Kriterien ging es offenbar nicht", sagte die sozialpolitische Sprecherin Elke Herrmann. Die Grünen warnten davor, überörtliche und kommunale Jugendarbeit gegeneinander auszuspielen, um Kürzungen zu rechtfertigen. Jugendarbeit brauche funktionierende Strukturen auf der Landes- und der kommunalen Ebene. Das Ministerium räumte ein, dass den vorgesehenen Einsparungen außer der politischen Entscheidung kein fachliches Konzept zugrunde liege.
Herrmann hält vor allem die Kürzungen bei der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen für den falschen Ansatz. "In Zeiten, in denen das Drogeneinstiegsalter bei Mädchen sinkt und die Gewaltbereitschaft steigt, ist die geschlechtsspezifische Arbeit ein Gebot der Stunde", sagte sie.
Auch der Kinder- und Jugendring Sachsen ist den Angaben zufolge von den Kürzungen betroffen. So verliere die Arbeitsgemeinschaft drei Personalstellen. "Für alle Träger bedeuten diese Kürzungen zumindest erhebliche Einbußen in ihrem jeweiligen Leistungsspektrum gegenüber ihren Mitgliedern", sagte der Vorsitzende des Verbands Karl-Ludwig Ihmels. In Einzelfällen könnten die Auswirkungen der Kürzungen bis zur Auflösung des jeweiligen Trägers führen.