Die Zahl hat für Erleichterung gesorgt: Nachdem sich zu Semesterbeginn im Oktober erst etwa 1400 Studierende neu an der BTU immatrikuliert hatten, ist die Zahl der Erstsemester jetzt auf rund 2000 gestiegen. Das sind 300 weniger als im letzten Wintersemester. "Damit sind wir dennoch ganz zufrieden", sagt BTU-Präsident Prof. Jörg Steinbach. Die Gesamtzahl der Studierenden liegt jetzt bei 8200, rund 500 weniger als 2014/15.

"Wir liegen damit fast exakt bei der Zahl der ausfinanzierten Studienplätze", sagt Jörg Steinbach. "Natürlich hätten wir gern etwas mehr, aber es besteht kein Grund zur Panik."

Der leichte Rückgang habe verschiedene Ursachen, so Steinbach. Neben demografischen Gründen müsse die BTU Cottbus-Senftenberg vor allem im Bereich der Masterstudiengänge wieder stärker werden. "Wir verlieren nach dem Bachelor zu viele Studierende", sagt Steinbach - und nennt die Gründe.

"Ich habe aktuell parallel 25 Berufungsverfahren für neue Professuren laufen." Während des Fusionsprozesses konnten an der BTU keine neuen Professoren berufen werden, viele Lehrstühle werden daher nur vertretungsweise oder durch Gastprofessoren betreut. "Für Masterstudenten ist das eine wenig attraktive Situation", weiß der Präsident. "Ein Berufungsverfahren dauert im Schnitt sechs Monate, dann braucht es noch einmal drei Monate, bevor die Kollegen tatsächlich vor Ort sind." Dennoch sei er zuversichtlich, in naher Zukunft wesentliche Lücken schließen zu können. "Die Bewerberlage ist deutlich besser als in früheren Jahren, es gibt etliche Top-Leute, die an die BTU wollen."

In dem Maße, indem der Besetzungsstau abgebaut wird, werde die Uni auch für die Masterstudenten wieder attraktiver. "Wir müssen durch ein kleines Tal, dann wird es besser."

Richtig froh ist Steinbach über die Belegung der "Profil gebenden" Studiengänge.

Im Bereich Biotechnologie sind von 70 Studienplätzen 67 belegt. Für Power Engineering gab es 120 Bewerber, 30 wurden angenommen. "Hier mussten wir Rücksicht auf die personelle Situation nehmen, es stehen drei Berufungen an", erklärt Jörg Steinbach.

In der Informatik - gerade im wichtigen Hochschulranking CHE bundesweit auf den dritten Platz gewählt - sind 37 von 50 Erstsemesterplätzen belegt.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass in den kommenden Semestern Studenten nachrücken, die enttäuscht vom Massenbetrieb an großen Unis wie etwa Berlin sind.

Die BTU Cottbus-Senftenberg will jedenfalls weiterhin mit ihren studienfreundlichen Strukturen und kurzen Wegen werben. Wachsen will die Uni trotzdem. Peilte Jörg Steinbach noch vor einem Jahr die 12 000er-Marke an, sagt er jetzt: "Mit einer knappen Zehn oder einer guten Neun in den kommenden Jahren sind wir zufrieden."

Stolz sei er auf die schon heute deutlich gestiegene Zahl von ausländischen Studierenden. "Hier liegen wir bei 466, fast 80 mehr als im Vorjahr." 50 Prozent davon sind Frauen, wie überhaupt der Anteil weiblicher Studierender mit knapp einem Drittel für eine Technische Universität ungewöhnlich hoch ist.

Vielleicht auch das ein positiver Imagefaktor.