Starben damals noch zwölf Menschen an den Folgen des Konsums harter Drogen, so waren 2010 drei Opfer zu beklagen. Heroin war das am häufigsten verwendete Rauschgift, wie aus einer Antwort von Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.

Der Konsum von Heroin sei bis etwa 2009 hauptsächlich in Südbrandenburg ein Problem gewesen, berichtet Tack. Die Zahl der erkannten Heroinabhängigen sei dort nun rückläufig. Vermutlich sei das auf bessere Betreuungsangebote zurückzuführen. Mittlerweile seien Heroinabhänge vor allem im berlinnahen Raum auffällig. Darüber hinaus habe Handel und Konsum von Kokain weiter an Bedeutung gewonnen. Über die Anzahl von Abhängigen insgesamt lägen ihr keine Statistiken vor, erklärte Tack weiter.

Tack hatte im Oktober beim Bundesparteitag der Linken für ein Grundsatzpapier gestimmt, das die Legalisierung harter Drogen fordert, um Beschaffungskriminalität die Grundlage zu entziehen. In einer Fragestunde des Potsdamer Landtags erklärte sie im November, Brandenburgs Regierung wolle sich für einen großzügigen Umgang mit Drogen einsetzen. Man unterstütze „alle Maßnahmen zur Entkriminalisierung“ drogenabhängiger Menschen. Dazu gehöre auch die kontrollierte Abgabe harter Drogen wie Heroin beziehungsweise von Substitutionsmitteln wie Methadon.

Der gegenwärtige Umgang mit Drogensucht in Deutschland ist nach Ansicht von Tack gescheitert. Derzeit würden 85 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel in Strafverfolgung gesetzt und nur ein Bruchteil in Prävention und medizinische Behandlung von Suchtkranken.